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Handwerks-Schnäppchen: Worauf Verbraucher achten sollten

- Handwerkerarbeiten zum Schnäppchen-Preis: Das verspricht für Verbraucher ein gutes Geschäft. Bislang waren dafür vor allem Internetportale bekannt, die Dienste vom Maurer bis zur Putzfrau versteigern. Jetzt geht auch die Kaffeekette Tchibo in die Offensive. Sie bietet Malerarbeiten als Standardangebot zum Komplettpreis. Doch damit ist vielen Verbrauchern nicht geholfen.

"Alles auf einen Streich", lautet der Werbespruch von Tchibo. Das Unternehmen, das sein Sortiment schon auf Kreditvermittlung und Nachhilfeunterricht ausgeweitet hat, macht jetzt auch den Handwerkern Konkurrenz. Für 16,99 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche streichen Maler die Wohnung, verspricht der Anbieter. Dabei sei alles enthalten: "Anfahrt, Farbe, Abdecken, Verrücken, Anstreichen." Und das mit "5 Jahren Gewährleistung auf Arbeiten am Bauwerk". Ausgeführt werden die Arbeiten von der bundesweit aktiven Handwerkskette "Die Hausprofis".

Tchibo wirbt insbesondere damit, dass das Angebot einfach zu kalkulieren sei. Wer 15 Quadratmeter Wohnfläche zu streichen hat, müsse zum Beispiel mit Kosten von 254,85 Euro rechnen. Doch die scheinbar simple Rechnung hat ihre Haken.

Das Angebot gilt lediglich für das Streichen von Wänden und Decken in Wohnräumen ­ Heizungen, Fenster, Türen oder Treppenhäuser sind ausgeschlossen. Und stehen die Tchibo-Maler vor besonderen Herausforderungen ­ etwa bei durchnässten Wänden, sich lösenden Tapeten oder notwendigen Spachtelarbeiten ­, kann ein Aufpreis fällig werden. Wer den Quadratmeter-Festpreis in Anspruch nehmen will, hat zudem nur die Auswahl zwischen zehn festgelegten Farbtönen. Für Sonderwünsche gelten eigene Konditionen.

"Wir beurteilen diese Aktion sehr kritisch", sagt Jürgen Weber, Geschäftsführer der Maler- und Lackiererinnung München, Dachau und Oberland. "Qualitativ hochwertige und komplexe Arbeiten werden dabei mit Discountangeboten gleichgesetzt." Die Innungsbetriebe könnten ­ anders als bei einem Pauschalangebot ­ individuell beraten und zum Beispiel spezielle Techniken für verschiedene Oberflächen anbieten. Anders als bei dem Tchibo-Angebot, bei dem sich der Preis nach der Wohnfläche richtet, kalkulierten die Betriebe außerdem nach Art und Größe des tatsächlich gestrichenen Bereichs. "Das kann dazu führen, dass sich die Preise am Ende treffen", sagt Weber.

Ein weiteres Risiko sehen die Branchenvertreter bei Internetportalen wie My-Hammer.de, über die Handwerksleistungen versteigert werden, was einen besonders günstigen Preis ermöglichen soll. "Bei Billigangeboten, insbesondere wenn es sich um handwerkliche Dienstleistungen handelt, ist generell Vorsicht geboten. Das gilt vor allem auch für Angebote in den sogenannten Auktionsportalen im Internet", warnt Heinrich Traublinger, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Würden dort Preise geboten, die kaum die variablen Kosten eines Auftrages decken können, liege der Verdacht nahe, dass es sich um Schwarzarbeiter oder Anbieter ohne jegliche Qualifikation handle. "Der Kunde muss wissen, wenn er einen Schwarzarbeiter beauftragt, hat er bei Mängeln keinerlei Gewährleistungsansprüche oder Garantien." Im Zweifel sollten sich Auftraggeber die Handwerkskarte des Anbieters zeigen lassen.

Auch für die Handwerker, die dort um Aufträge kämpfen, sei das nicht ohne Risiko, glaubt Wolfgang Siegel, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes des bayerischen Maler- und Lackiererhandwerks: "Man kauft auch als Auftragnehmer die Katze im Sack." So würden die Anbieter mitunter nicht die genaue Beschaffenheit der Oberfläche und damit den Aufwand der Arbeit kennen, wenn sie auf einen Preis-Vorschlag eingehen.

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