Mit dem Handy ins Ausland: Wie Reisende Gebühren sparen

- Mobil telefonieren im Ausland ist zu teuer. Das findet auch die EU-Kommission in Brüssel, die am heutigen Mittwoch Vorschläge zur Senkung der Gebühren vorlegen will. Doch diese werden frühestens zum Sommer 2007 umgesetzt. Unsere Zeitung zeigt, wie Urlauber und Geschäftsleute auf Reisen bis dahin Handykosten sparen.

Weniger telefonieren

Hört sich banal an, ist aber effektiv. Denn im Ausland zahlen Mobilfunkkunden - gerade solche mit Guthaben-Karte (Prepaid) - nicht nur deutlich höhere Minutenpreise; teilweise sind es mehrere Euro. Der Gebührenzähler tickt auch, wenn ein Gespräch angenommen wird. Dabei kommen Angerufene in den EU-Ländern mit bis zu 69 Cent noch günstig davon. In entfernten Ländern wie Thailand werden 2,50 Euro fällig.

Zurückhalten mit MMS

Sparsam sollten Reisende auch mit so genannten MMS und Datendiensten wie WAP umgehen. Auch hier fallen im Ausland höhere Gebühren an, wie die Bundesnetzagentur auf ihrer Webseite warnt. Ein Foto aus der griechischen Strandbar nach Hause zu schicken, kann über zwei Euro kosten.

SMS statt Gespräch

"Die günstigste Kommunikation im Ausland ist SMS", sagt Josefine Milosevic von der Fachzeitschrift "Connect". Die Mobilfunkanbieter berechnen für das Verschicken zwar mehr als im Inland, nämlich bis zu 60 Cent. Verglichen mit Gesprächen sind sie aber gerade für Prepaid-Kunden weit günstiger, zumal eingehende SMS kostenfrei empfangen werden.

Sondertarife buchen

Wer nicht aufs Telefonieren verzichten kann, sollte sich über Zusatztarife seines Anbieters informieren. O2 etwa bietet die kostenlose Option "My Europe" an, mit der Gespräche aus den EU-Ländern nach Deutschland bis 16. September 59 Cent kosten (Buchen: 0179 - 55 222). Ein ähnliches Angebot hat E-Plus für Vertragskunden im Programm. Wer sich unter der Kurzwahl 22003.2 für das "Holiday Special" registriert, zahlt von 20 bis 24 Uhr für Verbindungen aus dem EU-Ausland in die Bundesrepublik 49 statt 79 Cent.

Manuelle Netzwahl

Kunden, die keine Zusatzoption buchen, aber dennoch telefonieren wollen, sollten sich im Ausland per Hand in das günstigste Mobilfunknetz einwählen. Denn die voreingestellte automatische Netzwahl der Telefone erkennt den vor Ort günstigsten Betreiber nicht. Wie die Einstellung funktioniert, steht in der Bedienungsanleitung. Welches Netz am billigsten ist, erfahren Verbraucher unter www.roaming.gsmeurope.org oder bei ihrem Betreiber.

Prepaidkarte kaufen

Um die Kosten niedrig zu halten, kann es sich für Urlauber und Geschäftsleute auch lohnen, eine Prepaid-Karte eines ausländischen Anbieters zu kaufen. "Dann fallen die Roaminggebühren für ein- und ausgehende Gespräche weg", sagt Fachfrau Milosevic. Kartenwechsel und Aktivierung dauern nur wenige Minuten. Nachteil: Der Reisende ist nicht mehr unter seiner deutschen Mobilfunknummer erreichbar.

Mailbox ausschalten

Zur Kostenfalle kann die Mailbox werden. Verbraucherschützer empfehlen deswegen, den Anrufbeantworter abzuschalten, da sonst dreifach Kosten anfallen: wenn der Anruf eingeht, wenn er auf die Mailbox umgeleitet wird und wenn die Ansage abgehört wird. Eine Alternative ist es, alle Gespräche direkt auf die Mailbox zu leiten, ohne dass sie im Ausland ankommen.

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