Handy-Auslandsgebühren: Doch keine rasche Senkung

- Würzburg - Die Verbraucher können sich nur wenig Hoffnung machen, schon in den Sommerferien günstiger mit dem Handy im Ausland zu telefonieren. "Es scheint so zu sein, als ob wir bei so niedrigen Gebühren, wie sie vom Europäischen Parlament gefordert werden, keine rasche Zustimmung von 27 Regierungen bekommen", sagte der amtierende EU-Ratspräsident und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am Freitag auf dem Treffen der EU-Wettbewerbsminister in Würzburg.

EU-Parlament und Kommission fordern eine Absenkung der Gebühren auf höchstens 40 Cent netto pro Minute für eigene Handy-Telefonate im Ausland. Für angenommene Gespräche sollen maximal 15 Cent erlaubt sein. Die deutsche Ratspräsidentschaft hat als Kompromiss inzwischen Obergrenzen von 60 und 30 Cent ins Gespräch gebracht.

Glos sagte, er kämpfe dafür, dass "die Verbraucher möglichst rasch niedrigere Roaminggebühren bekommen". Nur würden in der EU nicht immer alle Wünsche erfüllt: "Ich habe aus anderen Räten gelernt, wie schwierig es ist, 27 (Länder) unter einen Hut zu bringen." Bislang müssen die Verbraucher im Ausland für Telefonate mit der Heimat tief in die Tasche greifen. Minutenpreise von bis zu drei Euro sind bei den Telekom-Konzernen keine Seltenheit.

Auf die Roaming-Gebühren entfallen mit jährlich fünf Milliarden Euro knapp sechs Prozent der gesamten Mobilfunkumsätze. Auf Druck der EU hatten die Handy-Anbieter ihre Tarife für Auslandsgespräche in den vergangenen zwei Jahren bereits deutlich gesenkt, um eine Regulierung zu verhindern.

Im März hatte sich der zuständige Telekom-Ministerrat der 27 EU- Mitglieder auf der CeBIT in Hannover auf eine Bandbreite von 25 Cent bis höchstens 50 Cent verständigt. Umstritten ist, ob die Deckelung der Roamingpreise automatisch auch für bestehende Handy-Verträge gelten soll oder die Kunden dafür einen Antrag stellen müssen.

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