Handy-Gebühren: billiger im Ausland telefonieren

München - Die Entscheidung der EU, die Gebühren fürs Telefonieren in ausländischen Mobilfunknetzen (Roaming) per Verordnung zu regeln, wirft ihre Schatten voraus. Alle Netzbetreiber haben neue Tarife zur Urlaubszeit anzubieten. Aber niemand sollte blindlings wechseln.

Beim Handy-Netzbetreiber T-Mobile können die mehr als zehn Millionen Kunden seit dem 1. Juli im Ausland zu günstigeren Tarifen telefonieren, teilt das Unternehmen mit. Die neuen Preise werden zwei Monate vor der Frist der EU-Kommission eingeführt. Auch Vodafone kommt dem zuvor und führt neue Tarife zum 29. Juli ein, E-Plus am 1. August, O2 Ende August. Für eingehende Anrufe in den Standard-Roaming-Tarifen der Anbieter werden künftig 28 Cent pro Minute verlangt. Ausgehende Gespräche kosten künftig 58 Cent.

Damit halten die Anbieter sich an die von der EU-Kommission vorgegebenen Preisobergrenzen für 2007. In den kommenden zwei Jahren werden die Preise weiter fallen. Wer aber bereits einen speziellen Auslandstarif gebucht hat, telefoniert weiter wie bisher. Nur Handy-Kunden, die mit einem Standard-Roaming-Tarif telefonieren, werden automatisch auf die neuen Tarife umgestellt.

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Theo Wolsing von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät Mobilfunkkunden, nicht blindlings zu wechseln, sondern erst einmal den eigenen Tarif unter die Lupe zu nehmen.

Kunden, die den Vodafone-Tarif "Reiseversprechen" gebucht haben, sollten sich einen Wechsel gut überlegen. Mit dieser kostenlosen Option zahlen Reisende im Ausland dieselben Gebühren wie innerhalb Deutschlands zuzüglich 75 Cent pro Gespräch. Das gilt für 33 Länder. Wer einen Pauschaltarif oder ein Minutenpaket gebucht hat, liegt so nach zwei Gesprächsminuten unter dem EU-Preis.

Unbedingt wechseln sollten dagegen O2-Kunden, die bislang mit der "EU-Option" telefonieren. Schließlich zahlen sie innerhalb der EU sowohl für abgehende als auch ankommende Gespräche 59 Cent pro Minute. Prepaid-Kunden zahlen noch mehr. Für O2-Loop gelten keine festen Tarifzonen und die Minute von Belgien nach Deutschland kostet 99 Cent, aus Bulgarien 2,29 Euro.

Alle E-Plus-Kunden telefonieren ab 1. August in den neuen EU-Tarifen. Vertrags-Kunden, die vorab schon sparen wollen, können sich unter der Kurzwahl 22 00 3 kostenlos für den Tarif "Holiday Special" registrieren. Bis Ende September zahlen sie dann für Gespräche nach Deutschland und ankommende Gespräche lediglich 25 Cent, für eine SMS werden 19 Cent berechnet. Die Preise gelten allerdings nur in den E-Plus-Partnernetzen der ausgewählten Länder - in Italien "Wind", in Österreich "One", in Griechenland "Cosmote".

Spartipps im Ausland

Auch nach Einführung der EU-Tarife können Handy-Nutzer nicht sorglos im Ausland telefonieren. Beliebte Reiseländer wie die Schweiz oder die Türkei gehören nicht zur EU und sind von der Regelung ebenso wenig betroffen wie die USA oder Ägypten. Mit diesen Tipps sparen Sie trotzdem Geld:

-Mailbox: Sie bleibt eine wahre Kostenfalle. Die meisten Handys sind auf die "bedingte Rufumleitung" eingestellt. Eingehende Anrufe kommen zunächst beim Handy an. Ist niemand erreichbar, das Handy ausgeschaltet oder außerhalb des Netzes, wird das Gespräch zur Mailbox umgeleitet. Befindet der Handy-Besitzer sich im Ausland, zahlt er gleich doppelt: für den erstmaligen Anruf auf dem Handy und die Weiterleitung zur Mailbox. Wenn er die Nachrichten abruft, wird er ein drittes Mal zur Kasse gebeten.

Um dieser Kostenfalle zu entkommen, kan man die Mailbox entweder ausschalten oder lässt automatisch alle Anrufe umleiten. Manche Prepaid-Anbieter haben das Abschalten unterbunden. Betroffene dieser Zwangsmailbox sollten erwägen, das Handy zu Hause zu lassen.

-SMS: Das Empfangen einer Textnachricht ist kostenlos und das Versenden preisgünstiger als ein Gespräch. SMS ist daher die billigere Alternative.

-Partner-Netz: Manche Auslands-Tarife sind nur dann günstig, wenn der Handy-Kunde im Partnernetz des Reiselandes telefoniert. Vor der Reise daher beim Mobilfunk anbieter nachfragen und das Partnernetz im Reiseland manuell auswählen.

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