Handy spricht mit Waschmaschine

- München - Jede Innovation hat ihre Tücken. Das musste auch Siemens-Hausgeräte-Chef Roland Hagenbucher eingestehen. Als einer von 20 Haushalten war der seine ausgesucht worden, um die vernetzte Siemens-Küche zu testen. "Da kommt schon mal um 1.30 Uhr nachts eine Meldung aufs Handy: ,bitte Kondenswasserbehälter leeren". Ansonsten sei der Probelauf der "neuen Generation von Hausgeräten" und damit der erste Schritt auf dem Weg zum total vernetzten Haus gut verlaufen.

<P>Seit vergangener Woche bieten ausgewählte Händler das Siemens-System an, mit dem Herd, Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler von einem Tablet-PC oder vom Handy aus ferngesteuert werden können.</P><P>Noch ist der Nutzwert der Technologie nicht so hoch, wie das Marketing-Jauchzen seiner Macher. Waschmaschinen beladen sich nun mal nicht von selbst. Dafür lässt sich die Funktion der Geräte permanent überwachen und beeinflussen, die Geräte melden, wenn sie ihre Aufgaben erledigt haben oder Fehler aufgetreten sind. Zum Beispiel informiert das System über die nicht abgeschaltete Herdplatte oder die offene Kühlschranktür per SMS aufs Handy. Die Platte lässt sich dann aus der Ferne abschalten, für den Kühlschrank bedarf es aber nach wie vor einer hilfsbereiten Nachbarin mit Zweitschlüssel. Aktiv kann der Nutzer über sein Handy vorbereitete Waschgänge starten oder auch die Pizza im Ofen aufbacken lassen.</P><P>Mit der Technologie richtet sich Siemens zunächst an so genannte Early Adopters, jenen Personenkreis, der alles Neue immer sofort haben muss. Am nötigen Kleingeld darf es dem geneigten Early Adopter natürlich auch nicht fehlen: Das Startset mit Tablet-PC und der Vernetzungstechnik kostet 4000 Euro, dazu kommen noch die vernetzungsfähigen Geräte, derzeit durchweg Produkte der gehobenen Preiskategorie.</P><P>Das zukunftsträchtige am System: Andere Anbieter können sich relativ problemlos einklinken. Ein so genanntes Gateway bildet die Verbindungsglied zwischen schnurlosem PC/Handy und den Geräten. Auf diesem Weg sollen in Zukunft Heizung, Sicherheitstechnik oder auch Unterhaltungsgeräte hausintern vernetzt sein.</P><P>Und Hagenbucher ist sicher: "Der Markt wird das aufsaugen", auch wenn mitunter eine Alarm-SMS die nächtliche Ruhe stört. Aber dagegen gibt es ja Maßnahmen: die netzfreie Bettruhe bei ausgeschaltetem Handy.<BR><BR></P>

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