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Jochen Köckler schüttelt während einer Pressekonferenz zur Hannover Messe und zur Logistik-Messe CeMat eine Roboterhand. Foto: Ole Spata

Interesse aus dem Ausland

Hannover Messe: Orientierung bieten für Industrie von morgen

Wie geht es weiter bei der Digitalisierung der Industriewelt? Antworten auf diese Frage will die Hannover Messe kommende Woche bieten. Sie stößt auch im Ausland auf immer größeres Interesse.

Hannover (dpa) - Roboter-Arme, Exo-Skelette, 3D-Laserbrillen: Die kommenden Montag beginnende Hannover Messe versteht sich auch diesmal als Schaufenster dessen, was in der Industrie von morgen machbar ist. "Die Fabrik der Zukunft ist eine mitdenkende Fabrik mit dem Menschen im Mittelpunkt."

Das sagte Messe-Chef Jochen Köckler in Hannover. Das Messe-Ereignis soll vor allem Orientierung geben und stößt auf wachsendes Interesse im Ausland: rund 60 Prozent der Aussteller kommen mittlerweile von dort. Trendthema wird diesmal der Einzug der künstlichen Intelligenz in die Fabriken sein.

Zu den Schwerpunkten der weltgrößten Leistungsschau der Industrie (23.-27. April) gehören selbstständiges Maschinenlernen durch künstliche Intelligenz und die Vorbereitung der Stromnetze auf die E-Mobilität. "Wir sind inmitten von zwei großen Veränderungen: der industriellen Revolution und der Energie-Revolution", sagte ABB-Konzernvorstand Sami Atiya. Der Konzern präsentiert unter anderem einen elektrischen Formel-E-Rennwagen. Elf Rennen seien weltweit in Städten geplant - darunter am 19. Mai in Berlin. Eine ebenfalls präsentierte neue E-Auto-Ladesäule soll ein Auto mit 300 Kilometern Reichweite innerhalb von nur zwölf Minuten aufladen können.

Die Industrie müsse zudem Schritt halten mit der Entwicklung in der Robotik, mahnte Atiya. China lege dabei vor: "40 Prozent aller verkauften Roboter - so die Prognose - werden 2020 nach China gehen." Roboter seien Assistenz, keine Konkurrenz für den Menschen. Viele Mittelständler könnten sich zudem keine Heerscharen von Ingenieuren leisten und setzten daher verstärkt auf Vereinfachung.

"Die persönliche Vernetzung hat schon stattgefunden", sagte Still-Geschäftsführer Henry Puhl. Über Apps seien die meisten Menschen bereits auf einfache Weise verbunden mit den großen Datenräumen. Das gelte auch für Fahrzeuge, so der Chef des Hamburger Logistikunternehmens. Es präsentiert unter anderem Apps, mit denen Ersatzteile bestellt werden können sowie digitale Plattformen, über die ganze Fahrzeugflotten gemanagt werden können.

Zu den wichtigsten Ausstellerländern gehören neben China und Italien das diesjährige Partnerland Mexiko sowie die Niederlande und Frankreich. Die Messe findet mit der Logistik-Messe CeMAT statt, zu der 650 Aussteller aus 40 Ländern angemeldet sind.

Der Geschäftsführer der Industrievereinigung Pro México, Paulo Carreno, warb für sein Land mit den Worten: "Wir sind eine der offensten Volkswirtschaften der Welt." Das Gastland will vor allem in den Bereichen Energie, Drohnen und künstliche Intelligenz punkten. Insgesamt sind aus Mexiko 160 Aussteller angemeldet.

An den fünf Messetagen werden 200.000 Besucher erwartet, denen Neuheiten rund um Digitalisierung und vernetzte Produktionsabläufe ("Industrie 4.0") gezeigt werden. Etwa 5000 Aussteller aus 75 Ländern belegen diesmal acht Prozent mehr Fläche als im Vergleichsjahr 2016.

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