Bericht der Hannover Rück

Flut und Hagel kosten fünf Milliarden Euro

Berlin - Die großen Schäden durch Hagel und Hochwasser in Deutschland werden für die Versicherungsbranche richtig teuer. Zudem machen Niedrigzinsen, harter Konkurrenzdruck und Überkapazitäten den Unternehmen zu schaffen.

Hagel und Hochwasser haben in diesem Sommer nach Einschätzung der Hannover Rück in Deutschland versicherte Schäden von fünf Milliarden Euro angerichtet. Zu den Flutschäden von 2,5 Milliarden Euro kämen 1,5 Milliarden Euro für die Hagelstürme Ende Juli und eine Milliarde für weitere Hagelunwetter im Juni und August hinzu, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Montag beim Branchentreff in Monte Carlo. Wie tief die Hannover Rück für die Hagelfolgen in die Tasche greifen muss, ist noch offen.

„Es wird für uns ein hoher Schaden, aber weniger als bei der Flut“, sagte Wallin mit Blick auf den Hagelschlag vom Juli in Niedersachsen und Baden-Württemberg. Damals hatten golfballgroße Eiskörner schwere Schäden an Autos und Hausdächern angerichtet. Zum Vergleich: Das Hochwasser in Deutschland und Nachbarländern schlug bei der Hannover Rück mit 137 Millionen Euro zu Buche.

Trotz der Überkapazitäten in der Branche erwartet Wallin bei den Verhandlungen mit Erstversicherern wie der Allianz keinen Preiskampf auf breiter Front. „Für 2014 erwarten wir eine hohe Disziplin bei den Preisverhandlungen und daher stabile Preise in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung“, sagte Wallin. Dazu sollen auch die anhaltenden Niedrigzinsen beitragen. Da die Kapitalerträge schrumpfen, müssten Rückversicherer die Prämien eher anheben als senken.

Heftige Konkurrenz erleben die Rückversicherer derzeit im US-Katastrophengeschäft. Pensionsfonds und andere Großinvestoren stecken Milliardensummen in verbriefte Versicherungsrisiken (ILS), meist sogenannte Katastrophenanleihen. Diese konkurrieren mit dem klassischen Rückversicherungsgeschäft. In der Absicherung gegen Katastrophenfolgen hatte es daher zuletzt Preisabschläge in den USA von bis zu 20 Prozent gegeben.

Bei ihrem Treffen in Monte Carlo sondieren Erst- und Rückversicherer, Großkunden und Makler die Konditionen für Erneuerung ihrer Verträge zum folgenden Jahreswechsel. Dabei steht ein Großteil des Geschäfts in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zur Neuverhandlung an. Wie die Hannover Rück haben auch der weltgrößte Rückversicherer Munich Re sowie die Swiss Re insgesamt stabile Preise in Aussicht gestellt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Cloud-Boom beschert Microsoft kräftige Geschäftszuwächse
Bei Microsoft läuft es dank brummender Cloud-Dienste schon länger wieder rund. Inzwischen florieren die Geschäfte auch in anderen Sparten - die Quartalszahlen …
Cloud-Boom beschert Microsoft kräftige Geschäftszuwächse
MAN schickt Elektro-Trucks auf die Reise - und kündigt weitere Innovation an
Schon im September sollen für MAN Trucks mit Elektro-Antrieb unterwegs sein. Das soll nicht die einzige Innovation des Unternehmens bleiben.
MAN schickt Elektro-Trucks auf die Reise - und kündigt weitere Innovation an
EU bereitet Maßnahmen gegen mögliche US-Autozölle vor
Verhängen die USA im Handelsstreit mit der EU hohe Sonderzölle auf Autos? Diese Frage sorgt seit Monaten für Nervosität - vor allem Deutschland bangt wegen der großen …
EU bereitet Maßnahmen gegen mögliche US-Autozölle vor
Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank
Der US-Präsident sagt mitunter Dinge, die er besser für sich behalten sollte. Diesmal rüffelt er die unabhängige Notenbank Fed, weil diese die Leitzinsen erhöht hat. …
Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.