Hannover Rück versichert die islamische Welt

- Hannover - Die Hannover Rückversicherung will mit einem speziellen Angebot in den aufstrebenden Markt der islamischen Welt vordringen. Als erste der großen westlichen Rückversicherungsgruppen habe die Hannover Rück jetzt in Bahrein eine Tochtergesellschaft gegründet.

Diese arbeite konform mit dem islamischen Recht Scharia. Das teilte das Unternehmen in Hannover mit. Wie eine Sprecherin erläuterte, bedeute dies mit Blick auf das Zinsverbot des Islam, dass die neue Gesellschaft lediglich kostendeckend arbeite und keinen Gewinn erziele. Das Geschäftsmodell sei dennoch lohnend. Nähere Angaben wurden jedoch nicht gemacht.

"Vor dem Hintergrund, dass ein Viertel der Weltbevölkerung islamischen Glaubens ist, 70 Prozent davon jünger als 35 Jahre alt sind und der weltweite islamische Versicherungsmarkt bisher kaum entwickelt ist, sehen wir hier äußerst attraktive Wachstumschancen und innovative Gestaltungsmöglichkeiten", sagte Hannover Rück-Chef Wilhelm Zeller.

Bisher böten den über 80 islamischen Erstversicherern in 20 Ländern nur wenige schariakonforme Rückversicherer mit vergleichsweise geringer Zeichnungskapazität professionellen Schutz. Nach Gründung der Tochtergesellschaft gehe die Hannover Rück bereits für 2006 von einem gegenüber 2004 verdoppelten Beitragsvolumen aus. Islamische Versicherer seien verpflichtet, sich bei einer schariakonformen Gesellschaft rückzuversichern. Dadurch ergebe sich für die neuen Hannover Rück-Tochter einzigartiges Potenzial. Sie ist mit rund 135 Millionen US-Dollar genehmigtem Kapital ausgestattet.

Die Hannover Rück ist mit einem Prämienvolumen von rund 10 Milliarden Euro eine der führenden Rückversicherungsgruppen der Welt. Sie betreibt alle Sparten der Schaden-, Personen- und Finanz- Rückversicherung und unterhält Geschäftsbeziehungen mit über 5000 Versicherungsgesellschaften in rund 150 Ländern.

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