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Die bislang größten Hapag-Lloyd-Schiffe der "Hamburg Express"-Klasse können 13 200 TEU tragen. Foto: Axel Heimken/Foto

Hapag-Lloyd denkt über die Anschaffung von Großschiffen nach

Hamburg (dpa) - Bislang spielt die deutsche Reederei Hapag-Lloyd beim Wettlauf um die größten Containerriesen keine Rolle. Das könnte sich bald ändern. Doch die Schiffsgrößen kommen an ihre Grenzen, meint der Chef.

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd erwägt, ihre Flotte um die weltweit größten Schiffe zu ergänzen. Es sei noch keine Entscheidung gefallen und es stünden noch Beratungen innerhalb der Reeder-Allianz G6 bevor, sagte Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen am Mittwochabend vor dem "Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten".

Die Tendenz gehe gegenwärtig eher in Richtung zugunsten der Investition. Im Falle einer positiven Entscheidung werde Hapag-Lloyd Containerfrachter mit einer Tragfähigkeit von rund 20 000 Standardcontainern (TEU) anschaffen, das sind gegenwärtig die größten erhältlichen Schiffe.

Die bislang größten Hapag-Lloyd-Schiffe der "Hamburg Express"-Klasse können 13 200 TEU tragen. Er rechne damit, dass die Entwicklung von immer größeren Schiffen sich verlangsame oder ganz zum Stillstand komme, sagte Habben Jansen. "Die Kostenvorteile größerer Schiffe waren am Anfang enorm und werden nun immer geringer", erklärte der Hapag-Lloyd-Chef. Ähnlich wie in der Luftfahrt seien mit großen Schiffen auch Nachteile verbunden. So seien sie weniger flexibel einsetzbar und könnten nur eine begrenzte Anzahl von Häfen anlaufen.

Die Integration der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV in den Hapag-Lloyd-Konzern komme gut voran, sagte Habben Jansen. Auch ein zusätzliches Sparprogramm, mit dem ein dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden soll, zeige erste Ergebnisse. Die weltweit viertgrößte Containerreederei hatte für das erste Quartal dieses Jahres erstmals seit langem wieder gute Zahlen vorgelegt und will im Gesamtjahr einen operativen Gewinn erreichen. "Mit einer Kapazität von einer Million TEU sind wir groß genug", sagte Habben Jansen.

Der angestrebte Börsengang sei nach drei bis fünf guten Quartalen und einer günstigen Lage am Kapitalmarkt möglich. Ob sich das noch in diesem Jahr verwirklichen lässt, ließ Habben Jansen angesichts der aufwendigen CSAV-Integration und des notwendigen Vorlaufs offen. "Da muss man realistisch sein." Es sei jedenfalls noch keine Investmentbank mit der Organisation des Börsengangs betraut worden.

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