Harsche Kritik am Mannesmann-Urteil

- Düsseldorf - Generalbundesanwalt Kay Nehm hat die Freisprüche aller Angeklagten im Mannesmann-Verfahren in scharfer Form kritisiert. Sie hielten einer "rechtlichen Prüfung nicht stand". Wie der "Spiegel" unter Berufung auf eine bisher unveröffentlichte Stellungnahme berichtet, kommen die Karlsruher Bundesanwälte zu dem Schluss, dass es sich bei den umstrittenen Prämienzahlungen von insgesamt rund 60 Millionen Euro um strafrechtlich relevante Tatbestände handle. Die Geldzahlungen seien allein "im Interesse der Zahlungsempfänger" begründet gewesen.

<P>Außerdem hätten die Angeklagten, darunter Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und der Ex-Chef von Mannesmann, Klaus Esser, in dem klaren Bewusstsein gehandelt, dass Mannesmann nicht zur Zahlung von Prämien verpflichtet gewesen sei. Damit hätten sie ihre "Vermögensbetreuungspflicht" so gravierend verletzt, dass der Tatbestand der Untreue durchaus erfüllt sei, befanden die Karlsruher Bundesanwälte.<BR><BR>Bereits im April war bekannt geworden, dass Generalbundesanwalt Nehm beim Bundesgerichtshof (BGH) die Aufhebung der Freisprüche im Fall Mannesmann fordert. Die Bundesanwaltschaft hatte sich der Revision der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft angeschlossen. Dem zuständigen 3. BGH-Strafsenat waren "verschiedene sachlich-rechtliche Einwände" gegen das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom vergangenen Juli unterbreitet worden. Die Entscheidung des BGH wird noch in diesem Jahr erwartet.<BR><BR></P><P> </P><P> </P>

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