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Die typische Primark-Papiertüte mit blauem Aufdruck.

Bei Filialeröffnung in Stuttgart

Harsche Kritik an Primark: "Schmutzige Wäsche"

Stuttgart - Primark eröffnet an diesem Donnerstag in Stuttgart seine 14. Deutschland-Filiale. Draußen protestieren Gegner gegen die Billig-Mode. Ihr Motto: "Schmutzige Wäsche".

Wenn die irische Modekette Primark in die Stadt kommt, löst sie eine Justin-Bieber-ähnliche Hysterie bei Mädchen aus. Sie wollen von ihrem Taschengeld extrem billige T-Shirts und Jeanshosen shoppen und glücklich mit den Papiertüten aus dem Laden gehen. Egal, wie sehr die Klamotten nach Chemie riechen, und egal, wie lange sie halten. Extremshopping planen die Teenager auch in Stuttgart, wo Primark an diesem Donnerstag die 14. Deutschland-Filiale eröffnet.

Primark-Gegner halten "Crimeark"-Tüten hoch

Doch Gegner der Modekette wollen den Billigkonsumenten in Stuttgart andere Papiertüten entgegen halten: mit dem Aufdruck "Crimeark" statt "Primark" (Crime ist englisch und bedeutet Verbrechen). Marc Buschlüter von der Grünen Jugend Stuttgart begründet den Protest damit, dass Primark für "extremen Konsum" stehe und Kleidung als "Wegwerfobjekt" definiere.

Buschlüter kritisiert im Gespräch mit der "Stuttgarter Zeitung": "Die Kleidung wird einmal getragen und weggeworfen. Dafür schuften die Arbeiter und leben an der Armutsgrenze."

Proteste gegen Primark gab es auch in Berlin

Proteste unter dem Motto "Schmutzige Wäsche" gab es auch im Juli am Alexanderplatz in Berlin. Dort eröffnete Primark eine große Filiale. Im Stuttgarter Einkaufszentrum Milaneo, in das Primark gezogen ist, erinnern die Gegner an den Fabrikeinsturz in Bangladesh und an die angeblichen Hilferufe, die Kunden eingenäht in Kleidung gefunden hatten. 

"Vielleicht erzählen wir zu wenig, wie wir uns engagieren"

Der Primark-Deutschlandchef Wolfgang Krogmann versuchte in der "Stuttgarter Zeitung" die Kritik an seinem Unternehmen zu entschärfen: "Vielleicht erzählen wir noch nicht genug, wie wir uns engagieren." Damit warf er Kritikern indirekt vor, das irische Unternehmen zu wenig zu kennen.

Krogmann: Stuttgarts OB kennt Primark nicht richtig

Diesen Vorwurf machte er dem Bericht zufolge auch Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn: "Ich habe zur Kenntnis genommen, dass Fritz Kuhn seinen Kinder gesagt hat, sie sollen nicht bei uns einkaufen. (...) Ich weiß nicht, ob der Stuttgarter OB ein genaues Bild von uns hat", zitierte die Stuttgarter Zeitung" Krogmann.

Wie die "Huffington Post Deutschland" auf Anfrage bei der Stadt Stuttgart jedoch erfuhr, habe Kuhn seinen Kindern nie das Shoppen bei Primark verboten. Die Redaktion versucht nach eigenen Angaben seit Monaten, Primark kennen zu lernen. Doch Krogmann habe die Interview-Anfragen der "Huffington Post" bislang ignoriert.

Tweet der "Stuttgarter Zeitung" 

sah

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