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Fit für die Piste sind Skifahrer mit passenden Skistiefeln. Die teuren Modelle zeigten sich im Test stark.

Harte Schale gibt Kraft und Halt

München - Skistiefel sollen warm halten, Halt geben und gut sitzen. In einem Warentest zeigte sich: In der gehobeneren Preisklasse klappt das ziemlich „gut“. Dennoch müssen Verbraucher im Geschäft ganz genau hinschauen.

Das Schienbein schmerzt, die Zehen sind leicht angefroren und ein Taubheitsgefühl breitet sich in den Füßen aus – es sind wahre Höllenqualen, die ein Skifahrer durchlebt, wenn ihm sein Schuhwerk nicht passt. Die klobigen Stiefel entscheiden über Erfolg oder Pleite eines Ausflugs auf die Piste. Wer beim Einkauf ein paar Tipps beachtet und ein bisschen mehr Geld ausgibt, hat mehr davon. Das schreibt Stiftung Warentest. Deren Partnerorganisation, der österreichische Verein für Konsumenteninformation VKI, hat 19 Skistiefel für Damen und Herren in der gehobenen Preisklasse – zwischen 270 und 450 Euro – untersucht. Die Ergebnisse sind recht ordentlich (siehe Tabelle). Mit 16 Modellen lassen sich die Skier „gut“ oder „sehr gut“ steuern. Lediglich der Lowa AM 110 für Herren und die Damen-Skistiefel von Salomon und Tecnica zeigten hier Schwächen.

Über 100 Einzelteile stecken im Schuh

Skistiefel sind Hightechprodukte, die aus weit über 100 Einzelteilen bestehen. Zum großen Teil müssen sie von Hand zusammengebaut werden. Und das geschieht nicht, wie bei Sport- und anderen Artikeln oft üblich, in Fernost, sondern in Europa. Die meisten Skistiefel werden in Italien und Rumänien hergestellt. Als Verschluss hat sich bei allen Anbietern ein System mit vier Schnallen durchgesetzt, die jeweils mit einer Feinjustierung ausgestattet sind. Die Head-Stiefel haben eine Besonderheit: An den oberen Schnallen befinden sich ausklappbare Verlängerungen, womit sie sich etwas einfacher schließen lassen.

Die Außenschale besteht aus hochwertigen Kunststoffen mit verschiedenen Härtegraden für Fußteil und Schaft. Die getesteten Modelle sind etwas härter und daher für sportliche Fahrer ausgelobt, weil die Kraftübertragung auf den Ski so etwas direkter verläuft. „Sie eignen sich aber auch gut für weniger routinierte Pistenfans“, betont Stiftung Warentest. Absatz und Sohle sind in den meisten Fällen austauschbar (nicht bei Lange Super exclusive, bei Rossignol jeweils nur der Absatz).

Die Innenschuhe sind thermoverformbar, das heißt, sie können durch Erwärmen weich gemacht und der Fußform genau angepasst werden. Diese Prozedur sollte beim Fachhändler durchgeführt werden und kann bei Bedarf zwei- bis dreimal wiederholt werden.

Wer sich neue Skistiefel kaufen möchte, sollte folgende Tipps beachten:

-Anprobieren: Gehen Sie grundsätzlich von Ihrer normalen Schuhgröße aus. Skistiefel werden nach dem Mondopoint-System verkauft. Die Schuhgröße 43 entspricht beispielsweise 27 bis 28 Mondopoint. Probieren Sie Modelle verschiedener Anbieter und nehmen Sie beim Anprobieren die Fahrhaltung ein. Der Schuh sitzt richtig, wenn die Ferse ansteht und die Zehen etwa eine Fingerbreite Bewegungsfreiheit haben.

-Innenschuh: Wer druckempfindliche Füße hat, sollte darauf achten, dass der Innenschuh keine spürbaren Nähte und Kanten hat. Das gilt vor allem für dem Zungenansatz. Außerdem sollte der Innenschuh immer herausnehmbar sein und ein geformtes Fersenbett haben.

-Einsteigen: Öffnen Sie alle Schnallen und ziehen Sie die Zunge des Innenschuhs weit heraus. Falten an den Fersen werden vermieden, wenn man den Innenschuh beim Einsteigen etwas herauszieht. Richten Sie die Zunge im Innenschuh sorgfältig aus. Gehen Sie nach lockerem Schließen der Schnallen in Fahrhaltung und spannen Sie dann nach.

Pflege: Lagern Sie die Schuhe über Nacht bei Zimmertemperatur. Nehmen Sie den Innenschuh heraus. Schließen Sie die Schnallen der Skistiefel, damit sie ihre Form behalten.

mm

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