Harte Zeiten für Verkehrssünder: Welche Vergehen teurer werden

- Nicht nur für Raser und Drängler wird es teurer: Ab sofort gelten für viele Verkehrsdelikte deutlich höhere Strafen als bisher. Einige Vergehen wurden neu in den Bußgeldkatalog aufgenommen.

Bahnübergänge

So muss künftig 450 Euro zahlen, wer mit seinem Fahrzeug einen Bahnübergang trotz geschlossener Schranken überquert. Außerdem ist der Führerschein für drei Monate weg. Radfahrer und Fußgänger müssen zwar nicht ganz so tief in die Tasche greifen (225 Euro). Allerdings hat sich die Höhe des Bußgeldes seit der letzten Änderung im Jahr 2001 drastisch erhöht. Damals waren die Tatbestände nur sehr vage gefasst und lediglich zehn und 50 Euro Strafe fällig.

Witterungsverhältnisse

Was auch neu ist: Autofahrer müssen ab diesem Herbst die Ausrüstung ihrer Fahrzeuge an die Witterungsverhältnisse anpassen. Das bedeutet, dass in der Scheibenwischanlage Frostschutzmittel enthalten sein muss und bei Schnee und Eis ausschließlich Winter- oder Ganzjahresreifen gefahren werden dürfen. Ist man doch mit ungeeigneten Reifen unterwegs, riskiert man ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro. Wird ein anderer Verkehrsteilnehmer behindert, sind sogar 40 Euro fällig -und ein Eintrag im Verkehrszentralregister.

Sicherheitsabstand

Auf höhere Strafen müssen sich auch notorische Drängler einstellen. Wer bei Tempo 80 bis 100 weniger als 16 bis 20 Meter Abstand zum Vordermann einhält, zahlt statt 50 künftig 60 Euro. Bei Tempo 100 bis 130 und weniger als zehn bis 13 Metern Abstand sind sogar 150 statt bisher 100 Euro fällig. Die Höchststrafe für fahrlässige Abstandsverstöße wird auf 250 Euro und ein dreimonatiges Fahrverbot erhöht. Bislang waren 150 Euro und ein Monat Fahrverbot fällig. Autofahrer sollten in Zukunft auch ein Auge auf ihren Feuerlöscher haben. Ist der nämlich nicht ordnungsgemäß gewartet oder die erforderliche Prüfplakette nicht vorhanden, sind 15 Euro zu zahlen. Außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg.

Sonntagsfahrverbot

Geändert wurde auch die Regelung beim Sonntagsfahrverbot für Lkw. Bisher musste der Halter eines Fahrzeuges, das unter diese Regelung fällt, 200 Euro bezahlen, wenn er es duldete oder anordnete, dass eine andere Person damit fuhr. Der Fahrer kam mit 40 Euro davon. Jetzt sind grundsätzlich 200 Euro fällig, wenn der Fahrer gleichzeitig Halter des Fahrzeuges ist. Unter die Regelung fallen übrigens auch Anhänger hinter leichten Lkw -und hinter Kastenwagen und Pick-ups.

Personenbeförderung

Erhöht wurden auch die Geldbußen für Fahrer von Gefahrguttransporten und Reisebussen, die den gesetzlichen Mindestabstand nicht einhalten. Generell gilt: Wer diesen Abstand von einer halben Tacholänge unterschreitet, ist jetzt mit 25 Euro dabei. Bisher waren es "nur" 10 Euro. Eine wichtige Änderung betrifft alle Autofahrer: Ab sofort dürfen nur so viele Personen mitgenommen werden, wie es Sicherheitsgurte gibt.

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