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Kräftiges Gelb, luftige Schaumkrone - so lieben die Deutschen ihr Bier. Die schlechte Nachricht: Der Gerstensaft wurde zuletzt teurer

...nur Orangensaft wird billiger

Bier wird teurer - bei einer Alternative explodieren die Preise

Vielerorts führt der Sommer 2018 ein heißes und trockenes Regiment - und ausgerechnet jetzt müssen Bier-Trinker tief in die Tasche greifen. Saft-Freunde trifft es sogar noch härter.

Wiesbaden - Die Verbraucher in Deutschland müssen in diesem Sommer deutlich mehr Geld für Bier ausgeben. Im Juni lagen die Preise um 4,1 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Der heiße Sommer beschert derweil den Brauereien gute Geschäfte.

Mehrere große Brauereien haben im Winter und im Frühjahr die Preise erhöht - laut Branche zum ersten Mal seit vier Jahren. Schnäppchenpreise von unter zehn Euro die Kiste sind den Herstellern ein Dorn im Auge. „Die Preiserhöhungen waren überfällig“, sagt Niklas Other, Herausgeber des Branchenmagazins „Inside“. Die Brauereien müssten höhere Kosten für Strom, Personal und Logistik stemmen. Zudem geht der Trend zu Spezialbieren. So lassen sich Bierfans Craft-Produkte mehr kosten als übliche Sorten.

Bierdurst lässt schon länger nach - aber die Hitze spielt den Brauern in die Karten

Die Brauereibranche leidet allerdings unter dem langfristig sinkenden Bierdurst der Deutschen. Mit 93,5 Millionen Hektolitern verkauften die Hersteller 2017 so wenig Bier wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Anders als in den Vorjahren konnte auch der Export das Minus im Land nicht ausgleichen. Deutschland ist weltweit der viertgrößte Bierproduzent - nach China, den USA und Brasilien.

In diesem Jahr aber spielt die anhaltende Hitze den Brauereien in die Hände. Mehrere große Hersteller hatten bereits im Mai von Rekord-Zahlen berichtet, seither blieben die Temperaturen hoch. Offizielle Zahlen gibt es noch nicht. „Der Bierabsatz im Sommer war dank des guten Wetters und der Fußball-WM hervorragend“, sagt Other. „Auch wenn es nur wenige Spiele der deutschen Nationalmannschaft gab.“ Angesichts der Hitze seien die Verkäufe im Juli weiter stark.

Von Januar bis Juni liege das Absatzplus gemessen am Vorjahreszeitraum bei gut 2 Prozent, sagt der Bier-Experte. „Wenn der August und September nicht verregnet wird, dürfte 2018 ein gutes Jahr für die Brauer werden.“

11,6 Prozent - Preise für Apfelsaft sind in die Höhe geschossen

Noch stärker als beim Bier zogen die Preise für Apfelsaft an. Verbraucher mussten dafür 11,6 Prozent mehr bezahlen als im Juni 2017, wie die Statistiker mitteilten. Grund sei eine schlechte Apfelernte wegen Kälteeinbrüchen gewesen. Limonaden kosteten ferner 5,7 Prozent mehr.

Bei anderen Getränken fielen die Preissteigerungen hingegen moderater aus. Wein verteuerte sich gemessen am Vorjahresmonat um 2,0 Prozent, Cola um 1,5 Prozent. Die Preise für Mineralwasser blieben mit einem Plus von 0,7 Prozent nahezu stabil, Orangensaft verbilligte sich leicht.

Lesen Sie auch: Ab nächster Saison Bier bei Champions-League-Spielen erlaubt - doch es gibt einen Haken

dpa

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