Harter Wettbewerb lässt Preise für schnelles Internet purzeln

- Düsseldorf - Schneller Internetanschluss, Surfen zum Billigtarif oder Festpreis - der Wettbewerb zwischen Anbietern von DSL-Anschlüssen wird immer schärfer. War der Markt im so genannten Breitbandgeschäft einst die Domäne der Deutschen Telekom, jagen die Konkurrenten dem Platzhirsch inzwischen mit Pauschaltarifen und Komplettangeboten zunehmend Marktanteile ab. Walter Raizner, im Telekom-Vorstand für das neue Geschäftsfeld Breitband zuständig, hat kein leichtes Spiel.

<P>"Wir werden uns radikal ändern müssen."<BR>Walter Raizner</P><P>Zu schwerfällig, zu wenig markt- und kundenorientiert: "Wir werden uns radikal ändern müssen, denn wir stehen in einem harten Wettbewerb", diagnostizierte der Chef der größten Unternehmenssparte der Telekom erst vor wenigen Wochen. Er hat sich das Ziel gesetzt, bis 2007 die Zahl der Breitbandkunden in Deutschland auf 10 Millionen (2004: 6 Mio.) zu steigern.<BR><BR>Eine erste Antwort auf die zahlreichen Preisoffensiven der Konkurrenten ließ nicht lange auf sich warten: Die Tochterfirma Congster, ein Ableger des größten europäischen Internetanbieters T-Online, bietet ab sofort für alle DSL-Kunden der Telekom und für alle Geschwindigkeiten eine Flatrate von 9,99 Euro im Monat. Bislang bot Congster entsprechende Flatrates erst ab 25 Euro.<BR><BR>"Das Angebot liegt relativ gut im Markt", sagt Thilo Salmon, Geschäftsführer der Düsseldorfer Indigo networks GmbH, die in der Internettelefonie von sich reden machte. Tatsächlich hat Congster den Pauschaltarif deutlich mehr als halbiert. Bislang verlangte das Unternehmen, das den Billiganbietern in der Branche Paroli bieten will, monatlich mehr als 25 Euro. Congster ist zwar nicht der günstigste in der Branche, kommt diesen aber sichtlich näher.<BR><BR>Als fast unschlagbar gelten die 4,99 Euro der Strato Medien AG oder 6,50 Euro Flatrate des Internetproviders 1&1. Allerdings sind die Dienste bundesweit nicht überall verfügbar. Auch Tiscali und Arcor, der größte Konkurrent der Telekom, können mit Angeboten von unter 10 Euro mithalten. Im Vergleich dazu liegt der T-Online-Pauschaltarif für das Internetsurfen bei 29,95 Euro. Richtig interessant für den Kunden werden die Tarife aber eigentlich nur im Gesamtpaket - sprich: schnelles Internet und Telefonie aus einer Hand. Zahlreiche Stadtnetzbetreiber wie M-Net, Netcologne oder Hansenet haben das erkannt und entsprechende Pakete geschnürt. Die Preise für Internetzugang (pauschal), einschließlich Telefonanschluss oder sogar einer Sprach-Flatrate sind bereits unter 50 Euro im Monat zu haben.<BR><BR>Künftig werden die Telekom-Konkurrenten im Breitbandgeschäft weiter Gas geben. Allein im vergangenen Jahr schrumpfte der Marktanteil des Marktführers im DSL-Geschäft nach Angaben von Regulierungschef Matthias Kurth von knapp 90 auf 80 Prozent. Im Neukundengeschäft kämen die Wettbewerber bereits auf ein Drittel und in einzelnen Regionen hätten sie schon mehr als die Hälfte des attraktiven Marktes erobert.<BR><BR>Wenn die Regulierungsbehörde Ende April über den Antrag der Telekom zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) entscheidet, könnte der Wettbewerb zusätzlich angeheizt werden. Eine weitere Senkung würde den Wettbewerbern mehr Marge und damit Luft verschaffen. Es geht schließlich um das Vorprodukt, auf das sie ihre DSL-Angebote aufbauen.<BR><BR>Derzeit müssen sie 11,80 Euro pro Monat für den Anschluss berappen. Die Telekom hat 17,40 Euro beantragt. Der Geschäftsführer des Branchenverbandes VATM, Jürgen Grützner, warnte bereits im Vorfeld: "Jetzt hat es der Regulierer in der Hand, ob er die Weichen für einen kräftigen Investitionsschub stellen oder den Fuß auf der Bremse lassen will." <BR><BR></P>

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