Harter Wettstreit um Mittelstands-Finanzierung

München: - München - Die Bayerische Beteiligungsgesellschaft (BayBG) blickt auf ein "sehr erfreuliches" Geschäftsjahr 2005/2006 zurück, wie der Sprecher der Geschäftsführung, Sonnfried Weber, am Freitag betonte. So stieg der Jahresüberschuss des auf den Mittelstand spezialisierten Eigenkapitalgebers von 7,1 Millionen Euro aus dem Vorjahr auf satte 14,2 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet die BayBG damit, diese Summe laut Weber "deutlich zu übertreffen". Und das trotz zunehmenden Wettbewerbs bei den Mittelstands-Finanzierern.

"Wir sind nicht mehr allein auf dem Markt", erklärte Weber. Die Kreditinstitute hätten den Mittelstand wieder neu entdeckt und nahezu jede Bank würde mittlerweile eine eigene Mittelstandsoffensive führen, "da müssen wir uns ordentlich anstrengen". Noch in diesem Sommer will die BayBG deshalb ein neues Angebot starten, das es "in dieser Form noch nicht auf dem Markt gibt", so Geschäftsführer Peter Pauli. Das Genussrechtsprogramm zielt vor allem auf den etabliertenMittelstand, wobei der Bonitätsanspruch der Unternehmen "nicht ganz so hoch" sein muss. Es würden auch Firmen mit aufgenommen, die unterhalb des sogenannten Investment-Grades liegen, sagte Pauli. Das Risiko teilt sich die BayBG zusammen mit der KfW Bankengruppe.

Das laut Geschäftsführer Günther Heinrich "außerordentlich gute Jahr" erklärt sich unter anderem durch höhere Erträge aus dem Verkauf von Beteiligungen ­ wie beim Börsengang des Biogasunternehmens Schmack. Insgesamt brachten Veräußerungen 11,4 Millionen Euro (Vorjahr: 4,7 Millionen). Derzeit würden zwei weitere Unternehmen, an denen die BayBG beteiligt ist, den Börsengang prüfen.

Mit 276 Millionen Euro hatte auch der gesamte Beteiligungsstand der BayBG einen neuen Höchstwert erreicht. Das Volumen der Neuengagements dagegen war leicht rückläufig und fiel von 40,7 Millionen auf 38,5 Millionen Euro, die das Unternehmen in insgesamt 86 Firmen in allen Regionen Bayerns investierte.

Die anhaltende Klima-Debatte bekam auch die BayBG zu spüren und verzeichnete sehr viel mehr Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien und klimafreundlicher Technologien. Hier würden vor allem Jungunternehmer versuchen, auf dem Markt Fuß zu fassen, sagte Pauli, aus dem etablierten Bereich komme diesbezüglich weniger.

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