Hartknäckig sein, wenn die Bank ein Girokonto verweigert

- Immer mehr Deutsche stehen ohne Bankverbindung da. Wegen finanzieller Nöte, nach Pfändung oder Überschuldung will sie keine Bank mehr als Kunden haben. "Nicht abwimmeln lassen, sondern bei den Schlichtungsstellen der Geldinstitute um ein Konto kämpfen", rät Markus Saller, Jurist der Verbraucherzentrale Bayern, den Betroffenen.

<P>Tausende ohne Konto</P><P>Fachleute schätzen, dass zwischen 200 000 und einer Million Bundesbürger keinen Zugang mehr zu einer Bankverbindung haben. Betroffen sind Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger oder verschuldete Haushalte. Aber: "Kein Konto, kein Mensch mehr", umschreibt ein Schuldnerberater die mitunter dramatischen Folgen. Wer keine Bankverbindung mehr aufweisen könne, der habe bei der Suche nach Arbeitsplatz oder Wohnung so gut wie keine Chance mehr.<BR><BR>Bankenversprechen</P><P>Die Bundesbürger haben keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Girokonto, wie es etwa in Frankreich üblich ist. Allerdings haben sich die Banken 1995 freiwillig verpflichtet, jedem Verbraucher wenigstens ein Girokonto auf Guthabenbasis einzurichten. Dabei darf das Konto nicht von der Einkunftshöhe oder von schlechten Schufa-Auskünften abhängen. Dennoch: Viele Kreditinstitute halten sich nicht an dieses Versprechen, wie Fachleute wissen.<BR>Wer eine Kündigung im Briefkasten hat oder als neuer Kunde nicht akzeptiert wird, sollte sich in jedem Fall auf die Selbstverpflichtung der Banken berufen - und auf einem Konto auf Guthabenbasis bestehen, rät Jutta Gelbrich, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen.<BR><BR>Beschwerdestellen</P><P>Lehnt die Bank trotzdem ab, sollte man sich eine schriftliche Begründung geben lassen und damit zur internen Beschwerdestelle des Geldinstituts gehen. Dieser Weg ist kostenfrei. Bei Streitigkeiten mit Privatbanken kann die Beschwerdestelle beim Bundesverband deutscher Banken in Berlin helfen. Oft lassen sich auch in einem persönlichen Gespräch Vorbehalte ausräumen.<BR><BR>Sparkassen helfen</P><P>Bleibt die Bank bei ihrer Abwehrhaltung, gibt es noch einen Kniff: Versuchen, bei einer Sparkasse als Neukunde zu landen. Diese Geldinstitute sind nach der Sparkassenordnung verpflichtet, ein Girokonto für jedermann einzurichten - allerdings nur in acht Bundesländern, darunter aber auch Bayern. Und selbst dort gibt es hin und wieder Ablehnungen.<BR><BR>Notlösung Sparbuch</P><P>Für manche kann übergangsweise die Eröffnung eines Sparbuchs eine Alternative sein. So kann man sich wenigstens das Gehalt überweisen lassen.<BR></P>

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