Hartz droht Schadenersatz

- München - Der Volkswagen-Konzern prüft Schadenersatz-Ansprüche gegen seinen früheren Personalvorstand Peter Hartz. Wie "Focus" berichtet, sollen Hartz Forderungen in sechsstelliger Höhe drohen. Mitarbeiter der VW-Revision listeten derzeit Fälle auf, in denen der zurückgetretene Topmanager möglicherweise Firmengelder veruntreut habe. Dabei gehe es um Reisen und Bordellbesuche sowie eine Wohnung in Braunschweig, die auf VW-Kosten renoviert worden sei und als Liebesnest gedient haben soll.

Wenn sich der Verdacht im Verlauf der Ermittlungen weiter erhärte, wolle der Autokonzern in diesem Zusammenhang veruntreutes Geld zurückfordern. "Wir nehmen auf niemanden Rücksicht, auch nicht auf Herrn Hartz", zitierte das Magazin einen ungenannten VW-Manager.

Laut "Focus" hat VW-Chef Bernd Pischetsrieder entschieden, gegen sämtliche Beschuldigten der Affäre Schadenersatzansprüche zu prüfen und veruntreute Gelder auch vor Gericht einzuklagen. Damit wolle Pischetsrieder seinen Aufklärungswillen demonstrieren und möglichen Klagen von Aktionären vorbeugen.

Dazu sagte VW-Sprecher Frank Gaube am Samstag, der Sachverhalt sei nichts Neues. Er verwies darauf, dass die Ermittlungen nach wie vor in Gang seien und die Konzernführung sich "von Anfang an" Schadenersatzforderungen vorbehalten habe. Dies gelte unabhängig von Personen.

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