Eine Frau hält am Freitag einen Fünf-Euro-Schein vor das Logo der Agentur für Arbeit.
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Der Hartz-IV-Regelsatz steigt ab 2022.

Neue Regelsätze

Hartz IV: Alleinerziehende, Paare, Kinder - So viel gibt es ab 2022

  • Patricia Huber
    VonPatricia Huber
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Der Hartz IV-Regelsatz steigt zum Jahreswechsel. Ein Überblick über die neuen Regelsätze und wie sie sich zusammensetzen.

Berlin - Ab dem kommenden Jahr erhalten Hartz-IV*-Empfänger mehr Geld. Der Regelsatz steigt um drei Euro, von 446 auf 469 Euro monatlich für Alleinstehende. Mit diesem Betrag möchte die Regierung jedem Bezieher ein menschenwürdiges Existenzminimum bieten.

SPD, Grüne und FDP, die wahrscheinlich die künftige Regierung bilden, möchten das umstrittene Hartz-IV abschaffen und stattdessen ein Bürgergeld* einführen. Wie sich das schließlich auf die Regelsätze* auswirken könnte, ist noch nicht bekannt. Bisher werden die Regelsätze „auf Basis einer Einkaufs- und Verbraucherstichprobe“ festgelegt, schreibt die Bundesregierung auf ihrer Website.

Alleinstehende / Alleinerziehende449 Euro (+3 Euro)
Paare je Partner / Bedarfsgemeinschaften404 Euro (+3 Euro)
Volljährige in Einrichtungen (nach SGB XII)360 Euro (+3 Euro)
nicht-erwerbstätige Erwachsene unter 25 Jahre im Haushalt der Eltern360 Euro (+3 Euro)
Jugendliche von 14 bis 17 Jahren376 Euro (+3 Euro)
Kinder von 6 bis 13 Jahren311 Euro (+2 Euro)
Kinder von 0 bis 5 Jahren285 Euro (+2 Euro)

Vorerst dürfen sich Empfänger also auf etwas mehr Geld einstellen. Aber was deckt der Regelsatz* alles ab? Eine angemessene Miete und angemessene Heizkosten werden zusätzlich zum Regelsatz vom Jobcenter bezahlt. Der übrige Grundbedarf eines Empfängers soll dann mit dem Regelsatz abgedeckt werden.

Hartz IV: Nahrungsmittel, Freizeit, Verkehr & Co. - Dafür ist der Regelsatz vorgesehen

Teilt man die 449 Euro entsprechend der Empfehlungen der Bundesregierung auf, erhält man folgendes Bild: Demnach wären 155,82 Euro für Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren vorgesehen. 43,82 Euro für Freizeit, Unterhaltung und Kultur, 40,27 Euro für Verkehr, 40,15 Euro für Post und Kommunikation, 38,07 Euro für restliche Wohnungsmieten, Energie und Wohninstandhaltungen und 37,26 Euro für Bekleidung und Schuhe. Die übrigen 93,87 Euro sollen in Dinge wie etwa Haushaltsgeräte, Gesundheit und Pflege oder Bildung investiert werden.

Die minimale Erhöhung des Regelsatzes zum Jahreswechsel wurde von verschiedenen Seiten scharf kritisiert. Sozialverbände haben angemerkt, dass drei Euro angesichts des anhaltenden Preisauftriebs ganz und gar nicht ausreichend seien. Die Darmstädter Juraprofessorin Anne Lenze mahnte sogar, dass eine zu geringe Anpassung an die Teuerungsrate verfassungswidrig* sei. Schließlich müsste Hartz IV das Existenzminimum abdecken, was laut Lenze mit dem derzeitigen Regelsatz jedoch nicht gegeben sei. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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