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Hartz-IV-Regelsatz: Verband fordert Erhöhung auf das Doppelte - „Schlechter Witz“

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Von: Patricia Huber

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Fast leere Geldbörse.
Berechnungen des Paritätischen Gesamtverbandes zufolge ist der Hartz-IV-Regelsatz eindeutig zu niedrig. © Niehoff/Imago Images

Immer wieder wird Kritik am Hartz-IV-Regelsatz laut. Jetzt meldet sich auch der paritätische Gesamtverband zu Wort und appelliert an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

Berlin - Trotz der hohen Inflationsrate und den damit einhergehenden immer höher werdenden Lebenshaltungskosten wurde der Hartz-IV*-Satz zum Jahreswechsel nur marginal angepasst. Drei Euro mehr erhalten Empfänger des Regelsatzes nun. Bei Kindern sind es sogar nur zwei Euro. Macht für einen alleinstehenden Erwachsenen 449 Euro pro Monat. Die Miete muss davon zwar nicht bezahlt werden, aber Stromkosten. Und auch die schnellen immer weiter in die Höhe.

Hartz IV: Armutsfester Regelsatz müsste bei 678 Euro liegen

Der Paritätische Gesamtverband hat nun in einer Pressemitteilung eine Berechnung vorgestellt, welche zeigt, dass der derzeitige Hartz-IV-Regelsatz* um gut 50 Prozent zu niedrig ist. Demnach müsste ein „armutsfester Regelsatz“ bei 678 Euro liegen.

„Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert, dass der Regelsatz durch statistische Tricks willkürlich klein gerechnet wurde. Die jüngste Anpassung zum 1.1.2022 um lediglich drei Euro auf aktuell 449 Euro gleiche zudem nicht einmal die Preisentwicklung aus, führe damit sogar zu realen Kaufkraftverlusten und sei im Ergebnis verfassungswidrig“, heißt es weiter.

Hartz IV: Paritätischer Gesamtverband fordert 100 Euro Soforthilfe

Daher appelliert der Verband an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil SPD und fordert eine bedarfsgerechte Anpassung der Regelsätze, sowie eine kurzfristige Soforthilfe von monatlich 100 Euro pro Person. Diese 100 Euro sollten die pandemiebedingten Mehrkosten und die Inflation ausgleichen.

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes spricht bei der Regelsatz-Erhöhung von drei Euro von einem „schlechten Witz“. Schneider erklärt außerdem: „Wir werden diese Bundesregierung auch daran messen, dass sie die Ärmsten nicht eine weitere Legislaturperiode lang in ihrer Not alleine lässt, sondern armutspolitisch in die Offensive geht.” (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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