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Hartz IV: Hohe Strompreise gefährden Existenzen - Caritas warnt und appelliert an Ampel-Koalition

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Von: Patricia Huber

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Eine Mehrfachsteckdose mit Schalter.
Besonders für Hartz-IV-Empfänger sind die steigenden Energiepreise eine Herausforderung. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Steigende Energiepreise sind für viele Verbraucher eine zusätzliche finanzielle Belastung. Besonders für Hartz-IV-Empfänger können hohe Stromkosten schwerwiegende Folgen haben, warnt die Caritas.

Berlin - Die Strom- und Heizkosten bleiben auch im neuen Jahr hoch. Besonders für einkommensschwache Haushalte und Hartz-IV*-Bezieher stellt das ein großes Problem dar. Die explodierenden Preise könnten sogar Existenzen gefährden. Davor warnt nun auch die Caritas in einer Pressemitteilung.

Hartz-IV: Stromkosten sollten durch Regelbedarf gedeckt werden

Eine Umfrage unter knapp 300 Schuldner-, Sozial- und Migrationsberatern der Caritas zeigt, welche Folgen die steigenden Energiepreise für Hartz-IV-Empfänger haben. Denn 88 Prozent der Berater gaben an, dass Hartz-IV-Empfänger, die die Beratungsstelle aufsuchen, Energieschulden haben.

Caritas Präsidentin Eva Maria Welskopf-Deffaa warnt: „Die Stromkosten sind im Regelbedarf nicht hinreichend gedeckt. Wir dürfen Energiearmut nicht sehenden Auges akzeptieren.“ Der Hartz-IV-Regelsatz* liegt derzeit bei 449 Euro im Monat. Davon müssen auch die Stromkosten bezahlt werden. Doch bei steigenden Preisen und grundsätzlich immer höher werdenden Lebenshaltungskosten wird das für etliche Empfänger zur finanziellen Herausforderung.

Hartz-IV: Besonders Bezieher auf dem Land leiden unter hohen Energiekosten

Ralf Ritter, Schuldnerberater und Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Landkreise Uelzen/Lüchow-Dannenberg, sieht vor allem Bezieher, die auf dem Land leben, gefährdet. „Menschen in ländlichen Regionen sind von den gestiegenen Preisen dreifach betroffen: Sie fahren meist alte Diesel, in den Wohnungen wird mit Öl oder Gas geheizt und die hohen Stromrechnungen kommen obendrauf.“ Eine Sanierung könnte bei vielen Wohnungen bereits helfen, Energiekosten und somit auch bares Geld zu sparen.

Denn die Energiekosten sind für Haushalte um etwa 30 Prozent gestiegen, berichtet Ritter. „Das können einkommensschwache Familien nicht tragen.“ Zur Entlastung fordert die Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskopf-Deffaa die Ampel-Parteien auf, die Pläne aus dem Koalitionsvertrag schnell umzusetzen. Darin heißt es „Wir werden das Wohngeld stärken, eine Klimakomponente einführen und kurzfristig einen einmalig erhöhten Heizkostenzuschuss zahlen.“ Außerdem fordert sie eine unbürokratische Übernahme der Heizkosten für Menschen, die die Grundsicherung beziehen. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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