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Hartz IV: Heizkosten explodieren - Was das Jobcenter zahlt

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Von: Patricia Huber

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Heizkosten gehören zum Grundbedarf. Doch die Energiepreise ziehen derzeit deutlich an. Was das für Hartz-IV-Empfänger bedeutet, was das Jobcenter übernimmt.

Berlin – Der Sommer neigt sich dem Ende und der Herbst steht bereits vor der Tür. Daher werden in deutschen Haushalten die Heizungen nun wieder aufgedreht. Laut dem bundesweiten Heizspiegel haben Verbraucher im Jahr 2020 zwischen circa 46 und 57 Euro monatlich zum Heizen einer 70 Quadratmeter großen Wohnung bezahlt. Bei einem Hartz IV Regelsatz von 446 Euro monatlich, ist das eine Menge Geld. Daher übernimmt das Amt für Empfänger dieser Sozialleistung neben Miet- und Nebenkosten auch die Heizkosten – unter bestimmten Voraussetzungen.

Hartz IV: Heizkosten-Übernahme hat Grenzen

Volker Gerloff, Fachanwalt für Sozialrecht, hat der Berliner Morgenpost erklärt, was Sozialhilfeempfänger bei der Übernahme der Heizkosten beachten müssen. Zuallererst macht er jedoch klar, dass es immer vom Einzelfall abhängt, wie viel das Jobcenter übernimmt. Einen Maßstab, an dem sich auch Verbraucher orientieren können, ist der bundesweite Heizspiegel. Kommunen können jedoch auch eigene Erhebungen machen, an welchen sich das Jobcenter dann orientieren kann.

Es sollte jedoch auch bedacht werden, dass Hartz-IV-Empfänger häufiger zu Hause sind, als jemand, der den Großteil seiner Zeit am Arbeitsplatz verbringt. Dadurch steigen dann natürlich auch die Kosten, macht Gerloff klar. Wenn der Vermieter dann eine Heizkostennachzahlung verlangt, kann das zum Problem werden. Aber Gerloff gibt Entwarnung: „Die Behörde darf nicht einfach so das Geld kürzen und den Hartz-IV-Empfänger auf seinen Rechnungen sitzen lassen.“

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Zu hohe Heizkosten: Das können Hartz-IV-Empfänger tun

Das Amt kann daher vom Mieter verlangen, die Heizkosten in Zukunft zu senken. Dies muss er ihm jedoch schriftlich mitteilen. Dann muss der Mieter in der Regel in den folgenden sechs Monaten seine Heizkosten verringern, sonst muss die Differenz zwischen den angemessenen Heizkosten und den letztendlich wirklich entstandenen Kosten selbst bezahlt werden.

Wie so oft gibt es auch hier wieder Ausnahmen. Wohnen Betroffene etwa in einer schlecht gedämmten oder unsanierten Wohnung, oder war der Winter besonders kalt, so kann der Mieter dies dem Amt mitteilen. Sollten die Begründungen jedoch nicht genügen, gibt es immer noch die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Aber Achtung: „Der Widerspruch darf zwar formlos sein, muss jedoch handschriftlich unterschrieben werden“, macht Gerloff klar. Außerdem verrät er, dass Betroffene nur äußerst selten auf den Kosten sitzen bleiben und zumeist gemeinsam mit dem Jobcenter eine passende Lösung gefunden werden kann.

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