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Hartz IV: Jobcenter fordert Mini-Betrag zurück - und erntet Spott: „Allein die Briefmarke kostet das Vielfache“

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Von: Patricia Huber

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Agentur für Arbeit.
Ein Jobcenter sorgte mit einer Rückzahlungsforderung für Stirnrunzeln. © Michael Gstettenbauer/Imago Images

Mit einer ungewöhnlich niedrigen Rückzahlungsforderung sorgt das Jobcenter in Köln für Verwunderung. Nach über 15 Jahren wollte es einen Cent zurück haben - und erntet beißenden Spott.

Köln - Wenn es um Zahlungen und Rückzahlungen geht, schaut das Jobcenter ganz genau hin. Wenn ein Hartz-IV*-Empfänger beispielsweise Informationen zurückgehalten hat, die den Satz reduzieren würden, kann das zuständige Jobcenter eine Rückzahlung verlangen. Solche Informationen wären etwa ein Nebenjob oder auch der Einzug eines Lebensgefährten.

Jobcenter: Auslöser für die Forderung liegt über 15 Jahre zurück

Auch der Kiosk-Besitzer Sevcan Keseroglu aus Köln hat solch eine Rückzahlungsforderung erhalten. Doch als er liest, um welchen Betrag es sich handelt, kann er seinen Augen kaum trauen. Gegenüber express.de erklärt der 42-Jährige: „Das Jobcenter fordert von mir 1 Cent. Ich war vor über 15 Jahren zwischen zwei Jobs kurz arbeitslos und habe Geld vom Jobcenter bekommen. Offenbar 1 Cent zu viel.“

Für Keseroglu ist die Forderung kaum fassbar. „Allein die Briefmarke kostet doch schon das Vielfache“, merkt er an. Doch auf express.de-Nachfrage bei der Arbeitsagentur konnte das Rätsel um die Mini-Rückzahlung gelöst werden. „Wir bedauern, dass es durch das Schreiben zu Irritationen gekommen ist und stornieren die Forderung selbstverständlich. Wir haben bereits technische Anpassungen in Auftrag gegeben, um zukünftig solche Schreiben zu verhindern“, macht ein Sprecher klar.

Hartz IV: Jobcenter Köln entschuldigt sich

Weiter erklärt er jedoch, dass die Agentur für Arbeit gesetzlich sogar dazu verpflichtet ist, „Einnahmen vollständig und rechtzeitig zu erheben.“ Sollte sich der Betrag, um den es sich handelt, jedoch auf weniger als sieben Euro belaufen, so wird von einer Rückzahlungsforderung abgesehen.

Auch die Geschäftsführerin des Kölner Jobcenters hat sich zu dem kuriosen Brief geäußert und entschuldigt. „Solche Kleinbeträge holen wir nicht ein, dies war ein Fehler, und es tut uns leid. Wir werden unsere Verfahren dazu noch einmal überprüfen, um diese Art der Rückforderungen noch besser zu vermeiden“, sagt sie. Außerdem betont sie, dass es sich hier um einen Einzelfall handle. Sevcan Keseroglu darf seinen Cent also behalten. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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