Lebensabend unter Palmen

Rentner-Ehepaar führt Luxusleben mit Sozialhilfe – so haben es beide geschafft

  • Jonas Raab
    vonJonas Raab
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Früher reichte das Geld kaum zum Leben, heute genießen Kati und Peter Diethelm ihr Leben auf einem luxuriösen Anwesen unter Palmen - möglich macht das Sozialhilfe.

Orosi - Ein gesundheitlicher Schicksalsschlag, Sozialhilfe und kaum Geld für den täglichen Bedarf: Als Kati und Peter Diethelms Leben auseinanderzufallen drohte, setzte das Schweizer Ehepaar alles auf eine Karte. Sie verkauften ihr Haus, siedelten nach Costa Rica um und bauten sich dort ein neues Leben auf. Heute leben sie so, wie viele gerne einmal Urlaub machen würden – und das dank staatlicher Hilfe. (Unser kostenloser Wirtschafts-Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit allen relevanten News aus der Wirtschaft. Hier geht es zur Anmeldung.)

Als ein Videoteam von RTL die beiden Auswanderer in Mittelamerika besucht, sitzen sie auf ihrer Terrasse. Hinter ihnen ein schnuckeliges Eigenheim, noch weiter hinten eine idyllische Berglandschaft, in die sich die Kleinstadt Orosi schmiegt. Und vor den beiden, da erstreckt sich ein ansehnliches Anwesen. Kati und Peter Diethelm nennen es ihr Eigen. „Das war Liebe auf den ersten Blick“, schwärmt die Rentnerin.

Luxusleben in Costa Rica von Sozialhilfe: So hat es das Ehepaar geschafft

In der Schweiz war die Gefühlslage eine ganz andere: „Wir waren finanziell ganz unten. Wir hatten Sozialhilfe vom Staat“, erzählt Kati Diethelm. Auch in Deutschland sind immer mehr Rentner auf Grundsicherung im Alter angewiesen. Ein recht stattliches Einfamilienhaus war das letzte, das dem Schweizer Paar damals geblieben ist. „Wir wussten, früher oder später nehmen die uns das weg. Wir wussten: Wir müssen jetzt handeln“, erklärt sie. Und das haben sie dann auch getan: das Haus in der Schweiz verkauft, das Grundstück samt Rohbau in Costa Rica gekauft. Drei Jahre lang dauerte der Ausbau.

Rund 1500 Euro gemeinsame Rente haben die Auswanderer im Monat zur Verfügung. In Costa Rica reicht das für ein gutes Leben. Die Krankenversicherung kostet nur 60 Euro, Heizkosten gibt es nicht. Auch die Preise für den täglichen Bedarf stehen im krassen Gegensatz zur teuren Schweiz. Dort habe es Zeiten gegeben, da musste das Paar bei jedem Einkauf rechnen – und dabei nicht selten festgestellt: Nach Brot, Milch und anderen Grundnahrungsmitteln reicht es heute für Joghurt nicht mehr. „Das war schon heftig.“

Luxusleben in Costa Rica trotz Sozialhilfe: „Ich schaue gar nicht mehr, was das kostet“

Und in Costa Rica? „Hier“, setzt die Rentnerin an, schnauft erleichtert durch und erzählt freudig weiter: „Ich schaue gar nicht mehr, was das kostet. Ich nehm’s einfach.“ Eine Ananas hätte in der Schweiz umgerechnet rund neun Euro gekostet. „Auf dem Markt hier kosten drei Stück rund einen Euro“, erklärt Peter Diethelm. Während die Rente in Deutschland derzeit heiß diskutiert wird, wirken beide Senioren aus der Schweiz rundum glücklich – bei den Preisen in Costa Rica und dem Klima aber auch kein Wunder.

Rubriklistenbild: © imago images / ingimage

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