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Hartz IV - Wachsende Sorge wegen Strompreis-Anstieg: „Macht Angst“

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Von: Lisa Mayerhofer

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Das Logo einer Arbeitsagentur an der Außenmauer eines Gebäudes in Norderstedt in Schleswig-Holstein.
Die Strompreise übersteigen mittlerweile die dafür vorgesehenen Hartz-IV-Regelsätze. © Ralf Homburg/Lobeca/Imago

Die Strompreise sind zuletzt stark gestiegen. Für immer mehr Hartz-IV-Empfänger wird das zum ernsten Problem.

Berlin - Die steigenden Lebenshaltungskosten können sich für Hartz-IV-Empfänger und Geringverdiener zur Existenzbedrohung entwickeln. Davor warnte Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, im Deutschlandfunk: „Für Hartz-IV-Bezieher oder Menschen in Altersgrundsicherung sind diese Preissteigerungen* eine Katastrophe.“ Vor allem die deutlich gestiegenen Strompreise würden den betroffenen Menschen „Angst machen“.

Strompreise übersteigen Hartz-IV-Pauschale

Denn mittlerweile übersteigen die Strompreise die dafür vorgesehene Hartz-IV-Pauschale. Das Vergleichsportal Check24 rechnet in einer Mitteilung vor, dass bei einem Jahresverbrauch von 1.500 Kilowattstunden in der Grundversorgung im Schnitt jährliche Kosten von 599 Euro anfallen. Die Hartz-IV-Pauschale für Wohnen, Energie und Wohninstandhaltung beträgt ab 2022 aber nur 463 Euro im Jahr.

Das heißt, dass Hartz-IV-Empfänger im Schnitt 136 Euro mehr im Jahr für Strom ausgeben müssen als von der Regelung vorgeseheZwar gibt es außerhalb der Grundversorgung günstigere Stromtarife – doch gerade zum Jahresende haben große Billigstromanbieter wie Stromio*, Grünwelt und Gas.de ihren Kunden gekündigt. Damit fallen hunderttausende Kunden wieder in die Grundversorgung der örtlichen Stromanbieter. Und dort können die Tarife für Neukunden je nach Anbieter viel höher ausfallen als zuvor.

So haben laut Check24 die Stromgrundversorger in 499 Fällen bereits Preise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Dabei bewegen sich die Preiserhöhungen im Durchschnitt bei 39,7 Prozent und betreffen gut 3,5 Millionen Haushalte.

Strompreis-Anstieg: Paritätischer Gesamtverband in Sorge

„Die Nebenkosten haben sich zur zweiten Miete entwickelt“, sagte Schneider über die steigenden Strompreise im Deutschlandfunk. Er findet, dass das Wohngeld neu aufgestellt werden müsse.

Die Ampel-Koalition plant wegen der deutlich gestiegenen Preise nun auch einen einmaligen Heizkostenzuschlag für die Bezieher von Wohngeld und diskutiert eine weitere Anhebung der Regelsätze. Die Hartz-IV-Sätze sind zum Jahresbeginn um 0,7 Prozent angehoben worden. Angesichts der steigenden Preise* bezeichnet Schneider dies aber als „schlechten Witz“.

*Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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