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Hartz IV-Satz: Wie hoch ist der Regelsatz und wie wird er berechnet?

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Diverse Würfel liegen auf einem Teppich aus Centstücken und bilden das Wort Hartz IV
Der Hartz IV-Satz wird jährlich angepasst und jeweils um einen bestimmten Betrag erhöht © Oliver Zimmermann/IMAGO

Mithilfe des Hartz IV-Satzes soll die Grundsicherung für Arbeitssuchende gewährleistet werden. Alle Infos über Anspruch, Antrag, Regelsätze und Berechnung hier.

Berlin – In Deutschland sorgt ein gut ausgebautes Sozialnetz dafür, dass Personen, die selber nicht oder nur teilweise für ihren Lebensunterhalt aufkommen können, weiterhin ein menschenwürdiges Dasein führen können. Zudem soll ihre Teilnahme am öffentlichen Leben sichergestellt werden. Für das hierfür notwendige Existenzminimum sorgen staatliche Hilfen wie beispielsweise Hartz IV (Arbeitslosengeld II). Der von der Bundesregierung mit Sitz in Berlin festgelegte Hartz IV-Satz wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls modifiziert.

Hartz IV-Satz: Wer Anspruch hat

Anspruch auf einen individuell festzulegenden Hartz IV-Satz haben alle Personen im Alter zwischen 15 und 67 Jahren (je nach Renteneintrittsalter). Sie müssen ihren ersten Wohnsitz in Deutschland haben und sich überwiegend in der BRD aufhalten. Zudem müssen die antragstellenden Personen erwerbsfähig sein, d. h. sie müssen mindestens drei Stunden pro Tag arbeiten können. Darüber hinaus wird laut Zweitem Sozialgesetzbuch eine Hilfebedürftigkeit vorausgesetzt. Hilfebedürftigkeit entsteht, wenn eine Person nicht imstande ist, ihren Lebensunterhalt mit dem eigenen Einkommen beziehungsweise mit dem eigenen Vermögen zu sichern. Bei Erreichen oder Überschreiten der Altersgrenze erlischt der Anspruch auf Hartz IV. Dann greift die gesetzliche Rente beziehungsweise die Grundsicherung im Alter. Für Letztere ist nicht das Jobcenter, sondern das Sozialamt zuständig.

Hartz IV-Satz: Der Antrag

Um den eigenen Anspruch auf einen Hartz IV-Satz sicherzustellen, muss zwingend ein Antrag bei der zuständigen Behörde gestellt werden. Hierbei handelt es sich um das Jobcenter der jeweiligen Gemeinde. Es gewährleistet die Bereitstellung des Formulars „Hauptantrag Arbeitslosengeld II“. Der Antrag kann aus dem Internet heruntergeladen oder in Papierform bearbeitet werden. Der mehrseitige Antrag umfasst unter anderem die Personalien des Antragstellers sowie aller Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft. Auch Nachweise über eventuelle Einkommen sind zu erbringen und entsprechend zu belegen.

Gleiches gilt für die Belege zur Wohnsituation. Nachweise über die Kosten für Unterkunft und Heizung können etwa per Mietvertrag oder Nebenkostenabrechnung erbracht werden. Für eine vollständige Antragstellung sind zudem Kontoauszüge der letzten drei Monate vorzulegen. Abweichend verlangt das Jobcenter von Selbstständigen beziehungsweise sogenannten Aufstockern die Kontoauszüge der letzten sechs Monate. Während Selbstständigen Leistungen für sechs Monate gewährt werden, erhalten festangestellte Personen ihre Unterstützung für zwölf Monate. In beiden Fällen besteht die Möglichkeit, einen Folgeantrag zu stellen.

Hartz IV: Der Regelsatz

Die Höhe der individuellen Zuwendung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einer dieser Faktoren ist der Regelsatz. Er soll den Erwerb von Lebensmitteln, Strom, Bekleidung und ähnlichen Dingen sicherstellen. Folgende Regelbedarfssätze gelten aktuell (2021):

Zusätzlich trägt das Jobcenter die Kosten für Unterkunft und Heizung. Allerdings müssen Miete und Nebenkosten dem Bedarfsfall angepasst sein, d. h. jedem Bewohner einer Unterkunft steht eine bestimmte Quadratmeterzahl zu. Wird diese überschritten, lehnt das Jobcenter eine Anrechnung der überschüssigen Wohnfläche ab.

Hartz IV-Satz: Die Berechnung

Zur korrekten Berechnung des Hartz IV-Satzes braucht es mehrere Angaben. Einerseits ist der Regelbedarf von Bedeutung. Hinzu kommen die Kosten für die Unterkunft und (sofern vorhanden) sogenannte Mehrbedarfe. Mehrbedarfe entstehen beispielsweise Alleinerziehenden, werdenden Müttern oder behinderten Personen. Auch eine kostenaufwendige Ernährung oder eine Warmwassererzeugung gelten als Mehrbedarf.

In puncto Unterkunft stehen einer alleinstehenden Person 50 Quadratmeter, einem Ehepaar 65 Quadratmeter Wohnfläche zu. Jedes Kind erweitert den zulässigen Raumbedarf um 15 Quadratmeter. Ob die Miethöhe angemessen ist, hängt vom jeweiligen Wohnort beziehungsweise von der Region ab. So gelten für ländliche Räume andere Voraussetzungen als für städtische Ballungszentren. Letztere weisen in der Regel höhere Mieten aus.

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