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Viele Langzeitarbeitslose kennen sich bei ihren Hartz-IV-Anträgen nicht aus.

Hartz-IV-Bescheide oft unverständlich

Nürnberg - Auch fünf Jahre nach der Hartz-IV-Reform verärgern komplizierte Antragsformulare und unverständliche Bescheide noch immer Langzeitarbeitslose.

Sie stellen den Jobcentern in diesen Punkten schlechte Zensuren aus, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Bundesagentur für Arbeit (BA) unter 70 000 Hartz-IV-Empfängern hervorgeht. Danach erteilten 45 Prozent der Befragten den Antragsunterlagen die Schulnote drei oder vier, 13 Prozent sogar nur eine fünf oder sechs. Im Durchschnitt stuften die Arbeitslosengeld-II-Bezieher die Verständlichkeit aber als “befriedigend“ ein. Ähnlich bewerten die Betroffenen die Bewilligungsbescheide.

Auch das für Hartz IV zuständige Vorstandsmitglied Heinrich Alt räumte in diesen Punkten Schwachstellen ein. “Wir müssen und können uns im Bereich der Leistungsgewährung noch kundenorientierter aufstellen. Die Bescheide werden als wenig verständlich eingeschätzt und der Wunsch zur Erklärung der Bescheide ist groß. Auch bei der telefonischen Erreichbarkeit und der Erklärung von Anliegen am Telefon ist groß“, sagte Alt laut Mitteilung.

Zugleich kündigte er Verbesserungen an. Bei der Beratung zu persönlichen Problemen, etwa Schulden, Gesundheit oder drohender Obdachlosigkeit ist die Zufriedenheit gewachsen. Frühere Untersuchungen von Arbeitsmarktforschern hatten in diesem Bereich mehrfach Mängel aufgezeigt. Nach der neusten BA-Umfrage gaben die Befragten diesem Service die Durchschnittsnote 2,6.

Zugleich gaben 31 Prozent der Befragten an, bislang sei ihnen im Jobcenter noch nicht die erforderliche Unterstützung angeboten worden. Über die Hälfte berichtete den Interviewern, ihr Jobcenter habe ihnen in den vergangenen drei Monaten auch noch kein Job- und Ausbildungsangebot unterbreitet.

dpa

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