Mit durchschnittlich etwa zehn Cent mehr am Tag können Hartz IV-Empfänger ab Januar 2022 rechnen.
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Mit durchschnittlich etwa zehn Cent mehr am Tag können Hartz IV-Empfänger ab Januar 2022 rechnen.

Erhöhung „ein Witz“

Endgültige Entscheidung am Mittwoch: Mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger - doch es hagelt Kritik

Die Erhöhung sei „ein Witz“: Mit drei Euro fällt die turnusmäßige Anpassung der Hartz-IV-Sätze gering aus. Eine endgültige Entscheidung wird die Bundesregierung am Mittwoch treffen.

Berlin - Noch in dieser Woche wird in der Hauptstadt über höhere Hartz-IV-Sätze entschieden. Diese sollen ab Januar 2022 um drei Euro im Monat steigen. Damit fällt die Erhöhung eher gering aus und sorgt für deutliche Kritik an der Bundesregierung seitens der Sozialverbände.

Am Mittwoch (15.09.) will die Bundesregierung zu einer endgültigen Entscheidung kommen. Die Beiträge werden turnusmäßig im Jahresrhythmus angehoben und den äußeren Gegebenheiten, wie etwa der wachsenden Inflationsrate, angepasst. Ab Anfang nächsten Jahres wird den Empfängern von Sozialleistungen dann 0,76 Prozent mehr Geld bezahlt.

Hartz-IV: Auch Asylbewerber und Senioren bekommen mehr Geld

Die Anhebung betrifft aber nicht nur die rund 3,9 Millionen, in der Statistik als erwerbsfähig eingestuften Arbeitslosengeld II (Hartz-IV)-Empfänger. Auch anerkannte Asylbewerber können die Leistungen beantragen. Gleichzeitig können etwa 564.000, im Alter auf die staatliche Grundsicherung angewiesene Senioren mit mehr Geld rechnen.

Nach Angaben von waz.de sollen nach der Erhöhung um drei Euro Alleinstehende und Alleinerziehende 449 Euro im Monat erhalten. Volljährige Partner erhalten ab Januar 2022 404 Euro im Monat, 18 bis 24 Jährige im Elternhaus 360 Euro und Kinder zwischen 14 und 17 Jahren 376 Euro.

Für Sechs- bis 13-Jährige und Null- bis Fünfjährige erhöht sich der Satz um nur zwei Euro. Diese erhalten dann 311, beziehungsweise 285 Euro im Monat. Die Länder müssen der Anhebung noch im Bundesrat zustimmen. Über den ALG II-Satz bestimmt das Bundesarbeitsministerium in Abstimmung mit dem Finanzministerium.

Hartz-IV: Kritik der der Sozialverbände

Im Vorfeld entzündete sich Kritik an der Erhöhung. Nach Ansicht vieler Sozialverbände falle diese mit maximal drei Euro viel zu gering aus. So hatte der Bundesgeschäftsführer des Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, wenig zu lachen, als er erklärte, dass "zwei bis drei Euro Regelsatzerhöhung für Kinder im Hartz-IV-Bezug" ein "schlechter Witz" seien. „Mit diesen kümmerlichen Beträgen kann die Kinderarmutsquote in Deutschland nicht gesenkt werden", so Hofmann weiter.

Die Hartz IV-Sätze werden dabei auf Grundlage eines sogenannten Misch-Index angepasst. Dazu wird zu 70 Prozent die allgemeine Preisentwicklung berücksichtigt und zu 30 Prozent die Nettolohnentwicklung.

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