Hartz-IV-Projekt nach Quelle-Pleite erfolgreich

Nürnberg - Das nach der Quelle-Pleite gestartete bundesweite Pilotprojekt zur Förderung von Hartz-IV-Familien in Nürnberg hat nach Einschätzung der Stadt vielen Betroffenen neue Berufs- und Lebensperspektiven eröffnet.

Rund ein Drittel der Geförderten habe rund eineinhalb Jahre nach Beginn des Projekts eine Arbeit gefunden, andere sehen ihre Job-Chancen deutlich verbessert, berichtete die beim Sozialamt angesiedelte Projektgruppe am Mittwoch in einer Halbzeitbilanz. Insgesamt seien bisher 295 Familien in der Stadt im Rahmen des Modellprojekts betreut worden.

Vor allem sei eines der zentralen Ziele erreicht worden: die Chancen der Kinder aus Hartz-IV-Familien zu verbessern. Allein 112 Kindern seien individuell gefördert worden. 66 Kinder seien inzwischen Mitglieder in Sportvereinen oder hätten Schwimmkurse absolviert. 44 Kinder hätten an Ferienfahrten und Kinderferienprogrammen teilgenommen, 10 lernten an der Musikschule ein Instrument. Regelmäßige Familienfrühstücke und Familienfreizeiten hätten die Familien aus ihrer Isolation geholt.

Das sogenannte „Tandem“-Projekt, das es in ähnlicher Form auch in Fürth gibt, hatten die beiden Städte zusammen mit dem bayerischen Arbeitsministerium und den örtlichen Jobcentern nach dem Niedergang des Versandhauses Quelle entwickelt. Sie sind Teil eines 100-Millionen-Hilfspaktes des Freistaats, mit dem ein sozialer Abstieg beider Städte verhindert werden sollte. In Fürth sollen bis Juni 2013 rund 150, in Nürnberg 600 Familien gefördert werden. Dem Projekt liegt die Einsicht zugrunde, dass sich die Betreuung von Hartz-IV-Familien nicht allein auf die Jobvermittlung beschränken dürfe. Vor allem Kinder aus Hartz-IV-Familien bedürften einer speziellen Förderung.

dpa

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