Hartz muss nicht ins Gefängnis

VW-Schmiergeld-Affäre: - Braunschweig - Das Landgericht Braunschweig hat den früheren VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz am heutigen Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung vrureilt. Zu dem muss er eine Geldstrafe in Höhe von 360 Tagessätzen zahlen. Das sind gemessen an seinen Einkünften rund 576 000 Euro. Damit ist der erste Prozess im Rahmen der Aufarbeitung der VW-Schmiergeldaffäre abgeschlossen.

Hartz hatte dem einflussreichen früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert Sonderzahlungen in Millionenhöhe zugeschanzt und ihn damit "gekauft". Das Urteil war nicht anders erwartet worden. Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich bereits vor Prozessbeginn auf einen umstrittenen "Deal" verständigt.

Die Anklage hatte dem 65 Jahre alten Hartz Untreue in 44 Fällen und unrechtmäßige Begünstigung von Betriebsräten vorgeworfen. Der Arbeitsmarktreformer war im Juli 2005 im Zuge der Affäre um Korruption, Lustreisen und Sexpartys auf Firmenkosten zurückgetreten. Sein Prozess, der bereits nach zwei Verhandlungstagen beendet wurde, ist erst der Beginn der juristischen Aufarbeitung des Skandals, der den Wolfsburger Autobauer zutiefst erschüttert hatte. Weitere Prozesse sind zu erwarten.

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