Hartz IV: Sasse findet nur schwer Personal

- München - Der Reinigungsspezialist Sasse AG hat Schwierigkeiten, in Deutschland genügend Mitarbeiter zu finden. "Trotz der hohen Arbeitslosigkeit bekommen wir nur sehr schwer Leute", sagte der Vorstandschef des Unternehmens mit Sitz in München, Eberhard Sasse. Er begründete dies damit, dass viele Menschen lieber Lohnersatzleistungen beziehen, als für den tariflichen Mindestlohn von acht Euro putzen zu gehen. Sasse: "Wir stehen im Wettbewerb zu Hartz IV." Letztlich blieben zwar keine Stellen unbesetzt, die Rekrutierung von Personal sei aber ein "mühsamer Prozess".

Nach den Erfahrungen des Firmenchefs gibt es dieses Problem in England und Irland nicht, wo ein ähnlicher Mindestlohn vorgeschrieben ist. Er führt das auf die Einwanderung von Arbeitskräften aus den neuen EU-Ländern zurück, die anders als in Deutschland nicht vorübergehend eingeschränkt ist. Für diese Menschen seien Putzjobs eine willkommene Gelegenheit, Fuß zu fassen, so Sasse. Sein Unternehmen, das mit 3700 Angestellten Reinigungs- und Wartungsarbeiten für Großbetriebe, Bahnhöfe oder Flughäfen übernimmt, konnte 2005 im irischen Cork und in Südengland mehrere Aufträge gewinnen.

Die eigentümergeführte Sasse AG setzte damit ihre internationale Expansion fort. Ein Fünftel des Umsatzes von 110 Millionen Euro im Jahr 2005 (2004: 82 Mio.) wird mittlerweile außerhalb Deutschlands erwirtschaftet, unter anderem neuerdings auch in Katar. Eberhard Sasse kündigte an, dass sich dieser Anteil längerfristig erhöhen werde. Dabei schloss er auch Zukäufe nicht aus, ließ aber offen, in welcher Region. "Wir gehen nur dorthin, wohin der Kunde uns ruft", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Nachdem im vergangenen Jahr eine Übernahme in Deutschland das Geschäftsvolumen übermäßig anschwellen ließ, will Sasse die Erlöse in diesem Jahr wieder um knapp zehn Prozent steigern. Im Zuge dieses Wachstums werde auch die Mitarbeiterzahl weiter wachsen. Wie in den Vorjahren will das Unternehmen wieder eine Umsatzrendite vor Steuern von fünf Prozent erzielen.

Firmenchef Eberhard Sasse konkurriert mit ALG II.

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