+

"Ich denke, die Baustelle ist im Griff" 

Hauptstadtflughafen soll Ende 2017 eröffnen

Motzen - Die unendliche Geschichte des Hauptstadthafens scheint zu Ende zu gehen. BER soll im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen.

Das sagte Vize-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Motzen (Brandenburg).

Flughafenchef Hartmut Mehdorn habe diesen Zeitraum ins Auge gefasst. Diesen Plan der Geschäftsführung unterstützte der Aufsichtsrat. „Wir wollen fertig werden. Wir wollen, dass der Flughafen fliegt“, sagte Bretschneider. Mehdorn sprach von einer „frohen und einer guten Botschaft“. „Ich denke, die Baustelle ist im Griff.“

Bisher sind seit dem ersten Spatenstich 2006 insgesamt vier Eröffnungstermine für den drittgrößten deutschen Flughafen geplatzt. Zu den Ursachen zählen Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme. Seit knapp zwei Jahren war unklar, wann der drittgrößte deutsche Flughafen in Betrieb gehen kann.

Bretschneider betonte, der Bau solle möglichst schnell, aber auch havariefrei in Betrieb gehen. Nach heftigen Querelen zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat sagte er zum Sitzungsverlauf am Freitag: „Das Ganze war getragen von einem Geist der Kooperation und der Gemeinschaft, und das hat uns gut getan.“ Mehdorn hatte sich gegen eine externe Kontrolle seiner Arbeit im Auftrag des Aufsichtsrat gewehrt.

Themen im Aufsichtsrat war auch eine mögliche Erweiterung des Flughafens, der für 27 Millionen Passagiere ausgelegt ist. „Bereits bei der Eröffnung ist der Flughafen überlastet, weshalb eine sichere Inbetriebnahme stark gefährdet ist“, warnt Mehdorn in seiner Präsentation für das Kontrollgremium. Er will erreichen, dass die Aufseher unter anderem ein zweites, kleineres Terminal genehmigen.

In diesem Jahr werden es in Schönefeld und Tegel insgesamt aber schon 28 Millionen sein. Die Betreiber gehen davon aus, dass das Wachstum anhält. Schon 2016 würde Platz für gut 37 Millionen Passagiere gebraucht, erläutert Mehdorn.

Bisherige Eröffnungstermine für BER

Im zweiten Halbjahr 2017 soll der neue Hauptstadtflughafen nun in Betrieb gehen. Es ist nicht die erste Terminansage - schon vier Mal wurde die Eröffnung seit dem ersten Spatenstich 2006 abgesagt.

30. Oktober 2011: Dieser Termin wird 16 Monate zuvor gekippt. Offizielle Begründung: Neue Sicherheitsvorschriften und die Pleite zweier Planungsfirmen. Tatsächlich ist der Bau schon ein Jahr im Rückstand.

3. Juni 2012: Nur vier Wochen vorher wird der Start abgeblasen. Begründung: Die Brandschutzanlage funktioniere nicht. Tatsächlich zeigen sich in vielen Bereichen Baumängel und Planungsfehler.

17. März 2013: Dieses neue Datum wird nach neuerlicher Verschiebung im Mai 2012 genannt. Wenige Monate später wird klar: Es wird nicht zu halten sein.

27. Oktober 2013: Nach einer Analyse des neuen Technikchefs Horst Amann legt der Aufsichtsrat diesen Termin als neuen Eröffnungstag fest. Anfang Januar 2013 kassiert Amann den Termin.

2. Halbjahr 2017: Dieses Zeitfenster für eine Eröffnung verkünden Geschäftsführung und Aufsichtsrat am 12. Dezember 2014.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen
Dank der langen Geschichte ist Jeep ein wertvoller Teil des Fiat-Chrysler-Konzerns. Der chinesische Hersteller Great Wall hat nun offizielle Interesse an der …
Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen
Justiz: Keine Ermittlungen gegen Audi-Chef Stadler
Die Justiz in München und den USA hat den Audi-Ingenieur P. in der Dieselaffäre ins Visier genommen. Der packt aus. Für seine Verteidiger ist die Sache klar - für die …
Justiz: Keine Ermittlungen gegen Audi-Chef Stadler
Edeka räumt Regale leer - um ein klares Zeichen zu setzen
Große Verwunderung gab es am Samstag in der Hamburger Hafencity. Dort war ein Edeka-Supermarkt wie leer gefegt - und das mit Absicht. 
Edeka räumt Regale leer - um ein klares Zeichen zu setzen
Starinvestor Buffett unterliegt im Wettbieten um Oncor
Dallas/San Diego (dpa) - Der US-amerikanische Starinvestor Warren Buffett hat beim Bieterwettkampf um den texanischen Stromanbieter Oncor den Kürzeren gezogen.
Starinvestor Buffett unterliegt im Wettbieten um Oncor

Kommentare