Haus und Wohnung schützen: Welche Versicherung sinnvoll ist

- Schneechaos, Winterstürme, Überschwemmungsgefahr - die aktuellen Wetterkapriolen zeigen, wie leicht das eigene Hab und Gut in Gefahr gerät. Risiken drohen aber auch durch Wohnungsbrände oder Einbrüche. Allein 160 000 Brände registriert die Feuerwehr Jahr für Jahr, hinzu kommen über 130 000 Diebstähle. Mit welcher Police können Mieter und Hauseigentümer Haus oder Wohnung wirksam schützen?

Hausrat

"Eine unverzichtbare Police ist die Hausratversicherung", erklärt Dirk Kelpikowski, Versicherungsberater bei der Allianz. Keine andere Police ersetze im Notfall den kompletten Haushalt zum Neuwert. Lediglich bei einer mager eingerichteten Studentenbude kann der Schutz entbehrlich sein. Der Umfang des Versicherungsschutzes schwankt von Tarif zu Tarif. Er muss bei Vertragsabschluss individuell festgelegt werden, erläutert der Versicherungsprofi. So sei es neben der Grundsicherung möglich, Fahrräder gegen Diebstahl extra abzusichern oder die Übernahme von Reparaturkosten bei Computern oder der Hauselektronik nach einem Blitzschlag zu vereinbaren.

Das lohne sich insbesondere für häusliche Büroarbeiter, wenn der PC wichtige Geschäftsdateien enthält, deren Wiederherstellung unverzichtbar ist. "Wichtig ist, dass die Versicherungssumme ausreichend hoch ist", mahnt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Andernfalls zahle die Gesellschaft im Schadenfall nur einen Teilbetrag. Ermittelt der Gutachter nach einem Schaden eine Unterversicherung von 50 Prozent, so ersetzt die Hausratversicherung jeden Gegenstand nur mit der Hälfte des Neuwerts. Um eine Unterversicherung auszuschließen, können Haushalte die von der Assekuranz empfohlenen 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche als Versicherungssumme annehmen. Kosten: Je nach Tarifzone (Risikoklasse) und Gesellschaft kostet eine Hausratpolice für eine 80 Quadratmeter große Wohnung zwischen 50 und 150 Euro im Jahr, für ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche zwischen 120 bis 300 Euro jährlich. Streit im Schadensfall lässt sich vermeiden, wenn von teuren Gegenständen Kaufbelege mit Datum und Geschäftsadresse aufbewahrt werden.

Wohngebäude

Immobilienbesitzer kommen um eine Wohngebäudeversicherung nicht herum. Sie ersetzt die gesamte Bausubstanz sowie Haustechnik nach Brand-, Sturm-, Hagel- oder Wasserschaden. Die Preisunterschiede freilich sind gewaltig. So reicht der Jahresbeitrag in München (Einfamilienhaus, versichert Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel, Fußbodenheizung) zwischen 131,84 (Axa alternativ) bis 638,70 Euro (Zürich Versicherung).

Meist bieten die Versicherer eine Komplettpolice. "Steht das Haus in einem Risikogebiet, sollte man versuchen, so genannte Elementarschäden wie Hochwasser oder Schneedruck in den Vertrag zu integrieren", empfiehlt Verbraucherschützer Grieble. Winkt die Gesellschaft ab, zum Beispiel weil das Gefahrenpotenzial zu hoch ist, könne sich Verhandeln lohnen. Das Angebot etwa eines hohen Selbstbehalts hat schon so manchen Versicherer umgestimmt.

Haftpflicht für Hausbesitzer

Vermieter werden oft mit ungerechtfertigten Schadensersatzforderungen konfrontiert. Passiert ein Schaden, wenden sich die Betroffenen fast immer an den Vermieter, auch wenn der nichts dafür kann, so Policenexperte Kelpikowski. Beispiel: Ein Mieter lässt die Wanne überlaufen, in der Wohnung darunter entsteht ein erheblicher Wasserschaden. Anstatt sich an den Mieter zu wenden, macht der Geschädigte Ansprüche gegen den Vermieter geltend. Dann kann der Vermieter froh sein, wenn er über eine Hausbesitzerhaftpflicht verfügt. Die Police ist schon ab 30 Euro im Jahr zu haben, die Kosten lassen sich zudem auf die Miete umlegen. Und sie tritt auch ein, wenn ein Passant von einem herunterfallenden Ziegel verletzt wird.

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