Haushüter und Nachbarschaftshilfe: So werden Einbrecher ausgebremst

- Nach den Ferien in ein von Einbrechern leer geräumtes Haus oder eine durchwühlte Wohnung zurückzukehren, ist wohl die Horrorvorstellung eines jeden Urlaubers. Doch solch eine unangenehme Überraschung lässt sich häufig durch einfache Sicherheitsvorkehrungen vermeiden.

So sollten Haus oder Wohnung auf keinen Fall Zeichen längerer Abwesenheit aufweisen. "Ein überfüllter Briefkasten oder ein ungemähter Rasen erregen oft schon die Aufmerksamkeit eines Einbrechers", warnt Jürgen Meyr, Leiter der sicherheitstechnischen Prävention des Landeskriminalamtes Bayern. Deshalb ist hier vor allem Nachbarschaftshilfe gefragt.

Eine Vertrauensperson sollte regelmäßig im Haus nach dem Rechten sehen, den Postkasten entleeren und auch die Jalousien hoch- und herunterlassen: "Ein dauerhaft geschlossener Rollladen macht deutlich, dass niemand zu Hause ist", betont Meyr. Eine Zeitschaltuhr bietet sich bei elektrischen Rollläden, aber auch für die Beleuchtung an.

Verschwiegener Anrufbeantworter

Keinesfalls sollten die Bewohner auf dem Anrufbeantworter eine Mitteilung hinterlassen, wie lange sie auf Reisen sind. Hier reicht auch der Hinweis aus, dass zurzeit niemand da ist.

Es ist wichtig, nicht nur die Haustür abzusperren und die Fenster im Erdgeschoss zu verschließen, sondern auch die Zugänge in den oberen Stockwerken zu sichern, die über einen Balkon oder einen Anbau zu erreichen sind. "Ein gekipptes Fenster ist für den Einbrecher ein offenes Fenster", erklärt Meyr. Um Kletterpartien auf den Balkon zu vermeiden, gilt es eventuelle Aufstiegshilfen wie Gartenmöbel wegzusperren oder mit einer Kette zu sichern.

Eine Grundvoraussetzung für ein Heim, von dem Diebe die Finger lassen, sind auch mechanische Sicherungen: "Das Klischee, dass ein Einbrecher überall reinkommt, wo er will, stimmt nicht", klärt Meyr auf. Sicherungstechnik an Türen und Fenstern sei überaus zuverlässig. Zusätzlich sei es empfehlenswert, eine elektronische Überwachung mit Einbruchmeldeanlage anzubringen. Wie das Heim sinn- und wirkungsvoll gesichert wird, verraten die Beratungsstellen der Polizei. Von den Mitarbeitern kann man das Haus auch kostenlos auf Sicherheitsmängel überprüfen lassen.

Zweitschlüssel beim Nachbarn lassen

Auch im Urlaubsort ist man vor Langfingern nicht sicher: Schnell ist da schon mal die Handtasche geklaut. Wenn sich in dieser die Anschrift samt Wohnungsschlüssel befunden haben, ist zügiges Handeln gefragt. Noch bevor der Dieb den Schlüssel einem Komplizen schicken kann, sollte veranlasst werden, dass das Wohnungsschloss ausgewechselt wird. Darum kann sich ein Nachbar vor Ort kümmern, bei dem zuvor ein Zweitschlüssel hinterlegt wurde.

Wem das noch nicht sicher genug ist, der hat die Möglichkeit, einen Haushüter zu engagieren. Dieser zieht während des Urlaubs in das Haus ein und übernimmt kleinere Arbeiten wie Blumen gießen oder Briefkasten leeren. Der Haus-Sitter kümmert sich auch um die zu Hause gelassenen Tiere.

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