Hauspreise: Die Lage macht's

- München - Lange Jahre galt das Eigenheim als sichere und wertbeständige Anlage. Doch die Zeiten garantiert anziehender Preise sind mittlerweile vorbei. So verloren 2005 im bayernweiten Durchschnitt viele Immobilien an Wert. Für 2006 rechnen Branchenexperten dank steigender Zinsen und freundlicher Konjunkturaussichten jedoch wieder mit einem Wertzuwachs - zumindest in attraktiven Lagen.

Nach Angaben der Bausparkasse LBS Bayern waren letztes Jahr viele Eigenheime sowie Eigentumswohnungen wegen rückläufiger Nachfrage günstiger zu haben als im Vorjahr. So kostete etwa eine neu gebaute Wohnung im Landesdurchschnitt 175 000 Euro und damit um 2,5 Prozent weniger. Für eine Wohnung aus dem Bestand bekam der Besitzer beim Verkauf 99 000 Euro, was einem Minus von 3,0 Prozent entspricht. Gebrauchte Häuser verbilligten sich um 3,5 Prozent auf rund 175 000 Euro. Lediglich die Preise für neu errichtete Wohnhäuser zogen um fast sechs Prozent auf 258 000 Euro an.

Grundsätzlich ist anzunehmen, dass von den Wertverlusten vor allem die Immobilien in wenig attraktiven Regionen im Freistaat betroffen sind. So erwartet Oliver Gerstner, Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Vermittlung, dass die Preisschere in Bayern, die zwischen manchen Regionen bei 400 Prozent liegt, weiter auseinandergeht. Nach Gerstners Angaben ist etwa in Wunsiedel oder Freyung ein gebrauchtes Einfamilienhaus in bevorzugter Lage für 200 000 Euro zu haben, während ein Käufer in Garmisch-Partenkirchen, dem Tegernseer Tal oder München dafür das fünffache berappen muss.

Ebenso krasse Preisunterschiede gibt es nach seinen Worten auch bei Doppelhaushälften oder Wohnungen. Grund dafür sei vor allem die Abwanderung junger Menschen aus strukturschwachen Gebieten in die boomenden bayerischen Wirtschaftszentren wie München oder Nürnberg.

Für das laufende Jahr erwartet der Branchen-Fachmann, dass auf dem bayerischen Haus- und Wohnungsmarkt wieder bessere Zeiten anbrechen und die Wertentwicklung für Immobilien in besseren Lagen wieder anzieht. "Wenn erst die Zinsen steigen, ziehen auch die Preise für Häuser und Wohnungen wieder an", sagt Gerstner. "Fakt ist, dass der Wunsch nach den eigenen vier Wänden in der Bevölkerung, insbesondere bei jungen Familien, ungebrochen ist." Zudem gelte die Immobilie als wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge.

Gerstner schätzt, dass das Volumen der Immobiliengeschäfte im Freistaat 2006 stabil bei gut 24 Milliarden Euro bleiben wird. Im vergangenen Jahr hatte es erneut einen Rückgang gegeben, der mit 1,8 Prozent aber relativ schwach ausfiel. Wegen Vorzieheffekten durch den Wegfall der Eigenheimzulage und den günstigen Zinsen habe es aber eine Aufhellung in der zweiten Jahreshälfte gegeben, so Gerstner.

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