Haussanierung für die LBS Zukunftsmarkt

- München -­ Die staatliche Wohnungsbauförderung ist ein "Trauerspiel". "Die Grausamkeiten werden konsequent vollzogen, die Versprechungen bisher nicht eingelöst", sagte Franz Wirnhier, Chef der Bayerischen Landesbausparkasse (LBS). Er kritisierte Pläne, bei der Neuregelung der Förderung des Wohneigentumerwerbs die Wohnungsbauprämie abzuschaffen.

Der Erwerb von Wohneigentum müsse für breite Bevölkerungsschichten machbar sein.

Sehr zufrieden war der Chef der LBS dagegen mit der Entwicklung im eigenen Haus. Nachdem im vergangenen Jahr schon 270.000 Bausparverträge im Wert von über 7,1 Milliarden Euro an den Kunden gebracht worden waren, geht Wirnhier heuer von einem Neugeschäft in ähnlicher Größenordnung aus. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge werde diesmal vor allem wegen großer Investitionen bei nur 60,1 Millionen Euro liegen, nach 70,9 Millionen im vergangenen Jahr. Die LBS erhöhte ihren Marktanteil in Bayern von 36,3 auf 40,8 Prozent.

Dem Neubau fehle es an Dynamik. In Bayern werden bis 2015 jährlich mindestens 55.000 neue Wohnungen benötigt, so das Forschungsinstitut Empirica. 2005 waren es aber gerade einmal 42.000 und auch dieses Jahr werden es trotz der Vorzieheffekte am Jahresanfang durch die Abschaffung der Eigenheimzulage nicht wesentlich mehr sein, meinte Wirnhier.

Zentrales Thema des LBS-Vertriebs sei die Gebäudesanierung. "In der Finanzierung der energetischen Gebäudesanierung sehen wir einen wahren Zukunftsmarkt", sagte der LBS-Chef. In Bayern wurden dafür im vergangenen Jahr fast 14 Milliarden Euro ausgegeben. Der Modernisierungsmarkt mache bereits über 60 Prozent des Wohnungsbauvolumens aus: "Jeder, der seine Heizungsrechnung anschaut, weiß, was da für ein Handlungsdruck besteht." Im Bestand steckten enorme Einsparreserven. Ein heute gebautes Einfamilienhaus verbraucht laut LBS im Schnitt zwei Drittel weniger Heizenergie als ein 20 Jahre älteres Haus. Investitionen in Dämmung und Heiztechnik zahlten sich da schnell aus.

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