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Der Marktanteil der Warenhäuser wird nach Einschätzung des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandels (HDE) mittelfristig weiter leicht zurückgehen.

HDE: Kaufhäuser immer weniger gefragt

Berlin - Karstadt, Quelle & Co. lassen grüßen: Immer weniger Marktanteil wird den Kaufhäusern in Deutschland nach Einschätzung des Einzelhandel-Hauptverbandes in den nächsten Jahren das Leben schwer machen.

Der Marktanteil der Warenhäuser wird nach Einschätzung des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandels (HDE) mittelfristig weiter leicht zurückgehen. Erst später sei mit einer Stabilisierung zu rechnen, teilte der Branchenverband am Mittwoch mit.

Voraussetzung für rentable Warenhäuser seien geeignete Standorte, moderne Sortimente und eine klare Zielgruppenorientierung. Die Konzepte müssten neu überdacht werden, sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. “Im Unrecht sind aber alle Kassandra-Rufer, die mit dem Fall Arcandor das Ende der Warenhäuser einzuläuten versuchen.“

In den vergangenen Jahren ist der Marktanteil der Warenhäuser am Einzelhandelsumsatz immer weiter zurückgegangen. 1996 hatte er noch bei 5,2 Prozent gelegen, 2002 waren es 4,1 Prozent. Aktuell macht er nur noch etwa 3,3 Prozent aus.

Den Städten und der Politik warf Sanktjohanser eine Mitschuld an der Not der Warenhäuser vor. “Die Städte, die ihren Einzelhandel mit einer verfehlten Ansiedlungs- und Verkehrspolitik über Jahre geschwächt haben, dürfen sich weder über in Not geratene Warenhäuser, noch über einen schwindenden mittelständischen Fachhandel beklagen“, sagte er. Hinzu kämen die teils hohen Miet- und Steuerbelastungen.

Allein die steuerliche Belastung sei für Einzelhändler im Schnitt um mindestens fünf Prozent gestiegen und liege jetzt durchschnittlich bei 40 Prozent.

dpa/mol

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