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Hochaulösende Bilder auf der Mattscheibe: Mit HDTV soll das Fernsehen schärfer werden.

HDTV-Technik: Scharfes Bild mit Haken

München - Fernsehen wird schärfer. Ab November starten die Sender Vox und RTL ihre HD-Projekte. Wir erklären, was Sie über die hochauflösenden Programme wissen müssen.

Wenn Fernsehzuschauer in den nächsten Wochen ihren Augen nicht trauen, weil sie ihr Programm neuerdings hochauflösend und in bester Tonqualität genießen können, sind dafür zwei Buchstaben verantwortlich: HD. Denn am 1. November kommt eine kleine Revolution auf die deutsche Programmlandschaft zu: RTL und Vox beginnen mit der Ausstrahlung eigener HD-Programme über Satellit. Bereits zu empfangen sind zum Start der Astra-Plattform auch die hochauflösenden Programme von ARD und ZDF. Im Januar 2010 soll die Konkurrenz von Sat 1, Pro Sieben und Kabel Eins folgen.

Damit könnte das hochauflösende Fernsehen noch in diesem Jahr seinen lang erwarteten Siegeszug in deutschen Wohnzimmern antreten. Der gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht: Während in den USA seit Jahren hochauflösende Sender zum Fernsehalltag gehören, wurde in Deutschland ausgiebig über Ausstrahlungsverfahren und technische Standards gerungen. Dabei ist die Technik bereits weit verbreitet: In Deutschland gebe es bereits 17 Millionen HD-fähige Fernsehgeräte in den Haushalten, sagte der Geschäftsführer der Astra-Tochter HD Plus, Wilfried Urner.

Mehrkosten durch Abo und Geräte

Und Satellitenbetreiber Astra lockt mit einer attraktiven Einstiegsofferte: Das Angebot wird ein Jahr lang nichts kosten. Eine vertragliche Bindung oder ein Abonnement ist für das neue HD-Plus-Angebot nicht nötig – der Zuschauer muss lediglich den Receiver anschließen. Ganz umsonst bekommen deutsche Fernsehzuschauer die hochauflösende Flimmerzukunft allerdings nicht: „Weil das Programm verschlüsselt übertragen wird, muss nach Ablauf des Testjahres die HD-Karte für 50 Euro Jahresgebühr erneut freigeschaltet werden“, sagt Rolf Dahlmann, Experte für digitale Medien bei der Verbraucherzentrale NRW. Zudem müssen Fernseh-Genießer ihre Empfangstechnik auf den neuesten Stand bringen – mit einem HD-fähigen Fernsehgerät und einem HD-Plus-Satellitenreceiver.

In dem Receiver steckt eine Smartcard, die die HD-Inhalte entschlüsselt. Ein geeigneter Receiver ist am „HD-Plus“-Logo auf Verpackung und Gerät zu erkennen. Bis zum Jahresende sollen Verbraucher zwischen sechs Modellen wählen können: Im November erscheint der „Technotrend TT-select S845 HD+“, der für rund 200 Euro nicht nur den Digitalfernsehempfang bietet, sondern auch Zugriff auf internetbasierte Dienste wie die ARD-Mediathek sowie Internetradioprogramme ermöglicht.

Bei allem Enthusiasmus um die superscharfe Fernsehzukunft müssen sich TV-Freunde allerdings mit mehreren Pferdefüßen abfinden: So wird zum 1. November nicht das komplette Programm von RTL und VOX in echter HD-Qualität zu sehen sein. Vor allem US-Serien und Spielfilme werden hochauflösend ausgestrahlt, bei allen übrigen Sendungen greifen die Programmveranstalter auf eine technische Aufbereitung zurück – das Bild wirkt besser als im herkömmlichen Fernsehen, ist jedoch nicht wirklich HD-reif. So fällt der Startschuss zur HDTV-Regelübertragung bei ARD und ZDF auch erst zu den Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver, die im Februar 2010 beginnen.

Reklame-Ärger bei der Aufnahme

Und auch bei der Aufnahmefunktion der Receiver gibt es Ärger: RTL hatte angekündigt, dass sich Sendungen durchaus aufnehmen lassen sollen, aber die Werbeblöcke nicht übersprungen werden können – die Anstalten sehen durch eine Vorspul-Funktion ihre Werbeeinnahmen gefährdet. Die Folge: „Aufnahmen lassen sich nicht vorspulen. Die integrierte Technik erlaubt es den Sendern theoretisch sogar, Aufnahmen komplett zu unterbinden, beispielsweise bei teuren Spielfilmen“, warnt Rolf Dahlmann, Experte für digitale Medien bei der Verbraucherzentrale NRW. Bisher ist allerdings nicht klar, ob die Sender von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden.

Auf die „HD-Plus“-Plattform verzichten müssen zudem Kabelkunden. Zwar führt mit Kabel BW ein Anbieter derzeit Gespräche über eine Einspeisung der HD-Plus-Sender, zum 1. November bleiben Fernsehzuschauer mit Kabelanschluss jedoch außen vor. Sie müssen sich mit den wenigen HD-Programmen begnügen, die bereits über Kabel verfügbar sind. Das Netz von Kabel Deutschland ist nach Firmenangaben zu „annähernd 100 Prozent HD-ready“, hochauflösende Sendungen sind jedoch nur über den Vertriebspartner Premiere und dessen Spartenkanäle „Premiere HD“ und „Discovery HD“ empfangbar.

Sebastian Wieschowski

Stichwort HDTV

Vorteile: Gestochen scharfe Bilder, eine erstaunliche Farbtiefe und lebensechter Heimkinoton – das sind ein paar der vielen Vorteile des hochauflösenden Fernsehens „High Definition Television“. Das Fernsehbild ist deutlich besser als bei der derzeitigen PAL-Norm. Statt 576 Zeilen pro Bild sind bis zu 1080 Zeilen möglich.

Das Ergebnis: Detailreiche Bilder. Dazu wird standardmäßig Ton im „Dolby Digital 5.1“-Format übertragen – Surround Sound mit sechs digitalen Audio-Kanälen gehört bei HDTV zum Übertragungsstandard. Wer einen leistungsfähigen Mehrkanal-Tonverstärker besitzt, kann Fernsehen mit Kinoklang erleben. Erste Tests mit HDTV hatte ProSiebenSat.1 bereits vor vier Jahren unternommen, als bestimmte Sendungen parallel zum normalen Betrieb in hochkonvertiertem HDTV (1080i) ausgestrahlt wurden.

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