Heidelberger Druck rutscht tief in die roten Zahlen

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Heidelberg (dpa) - Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hat seine Talfahrt zum Start ins Geschäftsjahr 2008/09 mit tiefroten Zahlen fortgesetzt. Hoffnung machen dem gebeutelten Unternehmen aber die gut gefüllten Auftragsbücher.

"Die zufriedenstellenden Auftragseingänge von der (Branchenmesse) drupa werden unsere operativen Geschäftsergebnisse im zweiten und dritten Quartal gegenüber den ersten Monaten verbessern", sagte Vorstandschef Bernhard Schreier am Dienstag in Heidelberg.

Die stärksten Effekte verspricht sich der Manager jedoch von dem jüngst beschlossenen 100 Millionen Euro schweren Sparprogramm sowie dem geplanten Personalabbau. Dennoch bleibe das Marktumfeld schwierig, betonte Schreier. Die Börse belohnte die positiveren Aussichten: Im MDAX stiegen die Papiere des Druckmaschinenherstellers zeitweise um über zwei Prozent auf 11,78 Euro.

Das Betriebsergebnis rutschte zwischen April und Juni von plus 26 Millionen auf einen Fehlbetrag von 35 Millionen Euro ab. Der Gewinn nach Steuern war ebenfalls negativ und lag bei minus 39 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch plus 8 Millionen Euro eingefahren wurden. Der Umsatz ging im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 (31. März) von 742 Millionen auf 657 Millionen Euro zurück. Gegen Trend entwickelte sich der Auftragseingang: Dieser wurde wegen der drupa von 934 Millionen auf 1,15 Milliarden Euro hochgeschraubt.

Für das Gesamtjahr gehen die Heidelberger unverändert von einem deutlich schlechteren Ergebnis als im Vorjahr aus. Bis dahin werde der Druckmaschinenhersteller "mit allem Nachdruck" die Maßnahmen zur Kostensenkung voran treiben, kündigte Finanzvorstand Dirk Kaliebe an. Eine belastbare Prognose will das Management aber erst mit den Halbjahreszahlen bekanntgeben.

Heideldruck war vor allem wegen der Kaufzurückhaltung in den Industrieländern, speziell aber in den USA in die roten Zahlen gerutscht. Neben dem 100 Millionen Euro schweren Sparprogramm will Vorstandschef Schreier weltweit 500 der knapp 19 600 Stellen abbauen, um aus der Krise zu kommen. Vor allem in Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung sollen Jobs gestrichen werden.

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