Heineken macht sich mit Brau Holding im Süden breit

- München - Der niederländische Bier-Konzern Heineken stärkt seine Marktmacht in Süddeutschland. Die Brau Holding International, die zu 50,1 Prozent der Münchner Schörghuber-Gruppe und zu 49,9 Prozent dem niederländischen Bier-Giganten Heineken gehört, hat den Kauf der Fürstenberg Brauerei aus Donaueschingen vereinbart, wie beide Unternehmen mitteilten. Die Gruppe plant weitere Übernahmen in Süddeutschland.

<P>Die Braugiganten aus dem Ausland bringen sich auf dem deutschen Biermarkt in Stellung. Und Heineken hat es über die Brau Holding International zu einer beachtlichen Größe im Süden gebracht. Ihr Kerngebiet sieht die Gruppe in Bayern, wo man mit Marken wie Paulaner, Hacker-Pschorr, Thurn und Taxis, Auerbräu sowie Kulmbacher vertreten ist. Dazu kommt eine 45-prozentige Beteiligung an Karlsberg im Saarland. "Mit dem Zukauf im südlichen Baden-Württemberg nimmt die Südachse des deutschen Biermarktes weiter Gestalt an", jubilierte die Brau Holding in der Mitteilung zur Übernahme. </P><P>Von Rosenheim bis Homburg hat sich der Konzern breit gemacht. Nach Oetker (mit Marken wie Radeberger sowie Jever) und der belgischen Inbev (mit Spaten, Löwenbräu, Franziskaner, Beck's) dürfte die Brau Holding der drittgrößte Brauer Deutschlands werden, wenn die Übernahme zum 1. Januar vollzogen wird. Und damit sieht sich die bayerisch-niederländische Gruppe nicht am Ziel. Weitere Übernahmen in Süddeutschland könnten täglich passieren, sagte Vorstandssprecher Wolfgang Salewski. "Wir möchten die Südachse kompakt haben. Da fehlt nicht mehr so viel." Man wolle nicht "mit einem Paukenschlag Hektoliter einkaufen", sondern sei an werthaltigen kleineren Brauern interessiert. "Wir würden auch gern in den Norden gehen, wenn wir im Süden alles so weit in Ordnung haben", erklärte Salewski.<BR><BR>Die Brau Holding verfolge eine Strategie der lokalen Marken. "Wir glauben fest an das Motto ,Bier braucht Heimat und erfüllen den Wunsch der Kunden nach lokaler und regionaler Identität", teilte die Gruppe mit. So blieben die Marken von Fürstenberg ebenso erhalten wie der Standort Donaueschingen. Die Verlagerung von Sudhäusern sei grundsätzlich nicht denkbar. "Wenn sie einer Marke das Sudhaus wegnehmen, schädigen sie die Marke", sagte Salewski. Im Inbev-Konzern gibt es etwa Überlegungen, das Bremer Beck's auch in München bei Spaten-Löwenbräu zu brauen. "Wir gehen einen anderen Weg", erklärte Salewski. Man erhoffe sich innerhalb der Gruppe Synergieeffekte bei der Logistik durch bessere Auslastung von Lkw und Einsparungen durch Großabnehmer-Rabatte beim Einkauf von Hopfen und Malz sowie technischen Anlagen.<BR><BR>Eine Arbeitsplatz-Garantie für die 290 Beschäftigten von Fürstenberg gab die Brau Holding nicht ab. Salewski erklärte aber: "Ich habe keine Befürchtungen, dass wir in großem Umfang Arbeitsplätze abbauen." Die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei KG hat nach Unternehmensangaben im vergangenen Jahr bei einem Getränkeabsatz von 700 000 Hektolitern einen Umsatz von 57 Millionen Euro erzielt. Der Übernahme muss von der EU-Kommission zugestimmt werden. Bei der Brau Holding rechnet man in etwa vier Wochen mit einem positiven Bescheid.<BR><BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Keine Machtübernahme von Hastor bei Grammer
Seit fünf Monaten machten Vorstand und Belegschaft des Autozulieferers Grammer Front gegen den unbeliebten Großaktionär Hastor. Jetzt fällte die Hauptversammlung eine …
Keine Machtübernahme von Hastor bei Grammer
Dax fehlt vorm Feiertag weiter der Schwung
Frankfurt/Main (dpa) - Trotz guter Konjunkturdaten aus Deutschland hat der Dax am Mittwoch etwas schwächer geschlossen. Mit einem kleinen Abschlag von 0,13 Prozent auf …
Dax fehlt vorm Feiertag weiter der Schwung
Komitee empfiehlt Opec-Förderlimit bis Frühjahr 2018
Es war ein historischer Schulterschluss: Die Opec hatte mit anderen wichtigen Förderländern eine Öl-Drosselung beschlossen. Die Vereinbarung soll nun wohl um neun Monate …
Komitee empfiehlt Opec-Förderlimit bis Frühjahr 2018
Linde und Praxair wollen "Zusammenschluss unter Gleichen"
Zu einem Weltkonzern will Linde-Aufsichtsratschef Reitzle sein Unternehmen machen und dafür mit dem Konkurrenten Praxair zusammengehen. Das ruft Gewerkschafter und …
Linde und Praxair wollen "Zusammenschluss unter Gleichen"

Kommentare