Heizöl: Mit kleinen Mengen über den Winter

- München - Hunderttausende Hausbesitzer zögern seit Monaten, ihre Heizöltanks für den Winter zu füllen. Ein Preisrekord jagt seit dem Sommer den nächsten, und die Verbraucher warten vergeblich auf die Gelegenheit, ihren Bedarf zu erträglichen Kosten zu decken. Die schlechte Nachricht: In diesem Jahr wird es wohl nichts mehr werden mit sinkenden Preisen. Weltweit sind Heizöl und Diesel extrem gefragt und extrem teuer.

Das vierte Quartal ist traditionell aus saisonalen Gründen das nachfragestärkste eines Jahres. Doch bislang waren die Heizölkäufer zurückhaltend, der Bedarf ist aufgestaut. "Wenn jetzt noch ein Kälteeinbruch kommt, könnte ein echter Run auf Heizöl einsetzen, was die Preise weiter treiben würde", erklärt Heino Elfert von Energieinformationsdienst EID in Hamburg.

Dazu kommt, dass auch der Heizölhandel durch eine solche boomartige Entwicklung logistisch überfordert sein könnte. Diese Besorgnisse lassen sich auch an der Preisentwicklung für Gas und Heizöl ablesen: Beide sind laut Elfert deutlich stärker gestiegen als Rohöl. "Da ist eine Knappheitsprämie eingepreist", meint der Energieexperte.

Guter Rat für Hausbesitzer ist schwierig. Am besten sollte man sich nach Möglichkeit mit dem Einkauf von kleineren Mengen über das Jahr retten. Das haben die Haushalte schon bislang so praktiziert. "Wer 3000 Liter Heizöl braucht, hat erst mal 500 Liter gekauft, um über die Runden zu kommen und später günstiger nachzukaufen", sagt Elfert.

Eine Strategie, die Verbraucherschützer auch weiterhin für ratsam halten. Für den Januar rechnet das EID möglicherweise noch mal mit einer Preisspitze beim Heizöl, vor allem wenn die Außentemperaturen entsprechend sind. Die wenig trostreiche gute Nachricht: "Danach gehen die Preise auch wieder zurück, womöglich sogar sehr stark", meint Elfert. Spätestens mit Auslaufen des Winters.

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