Heizöl: Shell erwartet steigende Nachfrage vor dem Winter

Hamburg - Der Mineralölkonzern Shell erwartet im Vorfeld der Heizperiode einen kräftigen Anstieg der Nachfrage nach Heizöl. "Die Sonderfaktoren, die uns in diesem Jahr bislang ein Absatztal gebracht haben, verlieren jetzt an Wirkung."

Das sagte Fabian Ziegler, der Leiter des Shell-Heizölgeschäfts, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres war der Heizölverkauf in Deutschland um 40 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zurückgeblieben. Viele Kunden hatten sich vor der Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel mit Heizöl eingedeckt und dann wegen des sehr milden Winters nur wenig verbraucht, so dass sie keinen Bedarf an neuem Heizöl hatten.

"Mittlerweile sind die Vorräte der Haushalte wieder auf ein normales Niveau zurückgefallen, so dass die Nachfrage anziehen wird", sagte Ziegler. Ob sich das unmittelbar auf die Preise auswirken werde, sei schwer vorherzusehen. Die Heizöl-Preise seien auch von anderen Faktoren abhängig, wie den Rohölpreisen und der Nachfrage nach Dieselkraftstoff, der in Europa eher knapp sei. So sind die Heizölpreise für Endverbraucher im laufenden Jahr trotz der geringen Nachfrage in Deutschland nicht gefallen, sondern seit Jahresbeginn von weniger als 50 auf rund 60 Euro für 100 Liter gestiegen. "Die Märkte sind eng miteinander vernetzt", erklärte Ziegler. Im europäischen Vergleich ohne Steuern sei Heizöl in Deutschland relativ günstig.

Viele Verbraucher seien in den vergangenen Jahren dazu übergegangen, ihre Tanks nicht vollständig zu füllen, sondern geringere Mengen zu kaufen und auf günstigere Preise zu warten. "Das ist nicht unbedingt die beste Strategie, um die Jahreskosten für das Heizen gering zu halten", meinte der Shell-Manager. Zum einen müsse die Spekulation auf sinkende Preise nicht aufgehen, zum anderen werde der Kunde bei kleineren Partien mit höheren Logistik- und Transportkosten belastet. Das Heizöl ist im Handel um so billiger, je größer die eingekaufte Menge ist. "Sowohl für den Händler wie für den Kunden ist es in der Regel am besten, das Heizöl weitgehend aufzubrauchen und dann den Tank komplett zu füllen", sagte Ziegler.

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