Heizstoffe im Vergleich: Alternativen zu Erdgas und Heizöl

- Steigende Energiepreise lassen Hausbesitzer über Alternativen nachdenken. Wann lohnt sich eine Holzpelletheizung oder eine Wärmepumpe? Oder rüstet man bestehende Anlagen besser um?

Fachleute sehen kein Ende der Energiepreisrally. Viele, die darunter leiden, halten nach Alternativen Ausschau. "Bevor voreilig in eine neue Heizungsanlage investiert wird, sollten Vor- und Nachteile der jeweiligen Technik gegeneinander abgewogen werden", sagt Oliver Weckbrodt von der Wuppertaler Energie-Agentur. Denn die ideale Heizung für jedes Haus gebe es nicht.

Gepresstes Holz

Eine gute Wahl sei eine Holzpelletheizung, die mit dem heimischen Rohstoff Holz beheizt werden könne. Pellets hätten eine gute Umweltbilanz, sie gelten im Gegensatz zu Energieträgern wie Öl oder Gas als weitgehend CO2-neutral. Pellets sehen aus wie kleine Zäpfchen. Bei Zentralheizungen werden die Presslinge per Tankwagen angeliefert und in einem Außentank oder einem Raum im Keller gelagert. Sie brauchen allerdings mehr Platz als ein vergleichbarer Öltank. Eine Förderschnecke oder eine Sauganlage transportiert die Pellets zum Kessel. Die Bewohner müssen kein Brennmaterial nachlegen, so dass der Pelletkessel automatisch wie eine Öl- oder Gasheizung arbeitet. Die Kosten liegen etwa bei der Hälfte der gegenwärtigen Preise für Erdöl (beim gleichen Energiegehalt). Allerdings kostet die Heizanlage 12 000 bis 14 000 Euro bei jährlichen Heizkosten (Einfamilienhaus) von rund 900 Euro.

Durch den Schredder

Billiger als Pellets sind Hackschnitzel. Das ist geschreddertes Holz, das je nach Holzart und Feuchtigkeit beim Energiegehalt stärker schwankt. Auch diese Anlagen werden automatisch befüllt. Wichtig: Da Hackschnitzel meist von Bauern mit dem beschränkten Aktionsradius von Traktoren geliefert werden, sollte man sich nach Bezugsquellen in der näheren Umgebung umschauen.

Wärme aus der Tiefe

Eine weitere Alternative ist die Wärmepumpe. Heizungswärme wird bei der Wärmepumpe nicht durch Verbrennung, sondern durch Entzug von Wärme aus der Umgebung erzeugt. In der Wärmepumpe, die wie ein Kühlschrank funktioniert, übernimmt ein Kältemittel den Transport der dem Boden, der Luft oder dem Wasser entzogenen Wärme. Wärmepumpen sind aber umstritten, weil sie mit hochwertigem Strom betrieben werden. Vor allem in Neubauten sowie in gut gedämmten, sanierten Gebäuden mit Fußboden- oder Wandheizung eignen sich die Pumpen. Denn hier muss das Heizwasser nur maximal 35 Grad warm sein. Dagegen arbeiten Wärmepumpen in alten, ungedämmten Häusern unwirtschaftlicher, weil das Heizwasser deutlich wärmer sein muss und mit Strom nachgeheizt wird. Für eine Erdwärmepumpe muss mit 16 000 bis 20 000 Euro gerechnet werden. Die Stromkosten liegen bei etwa 570 Euro im Jahr.

Doch Öl oder Gas?

"Auch in der Anschaffung preisgünstigere klassische Öl- und Gasheizungen mit Brennwerttechnik sind nach wie vor ein zeitgemäßes Heizsystem ­ sowohl für Neubauten als auch bestehende Gebäude", meint Weckbrodt. Denn die effiziente Brennwerttechnik trage wesentlich zur Reduzierung des Energiebedarfs und zur Senkung der CO2-Emissionen bei. "Öl-Brennwerttechnik auch in Kombination mit Solarthermie ist eine von mehreren Lösungen, auf die Modernisierer und Bauherren ebenfalls setzen können", erklärt Alexander Fack vom Institut für wirtschaftliche Ölheizung. Ihr entscheidender Vorteil: Brennwerttechnik ist laut Fack sehr effizient, passt in der Regel zum bestehenden Gebäude ­ und ist einigermaßen bezahlbar.

"Wer seine Heizung modernisiert und auf Öl-Brennwerttechnik setzt, muss im Schnitt 8000 Euro ausgeben", sagt Fack. Darin enthalten seien die Schornsteinanpassung, ein Warmwasserspeicher für drei bis vier Personen, Regelung und Montage. Beim derzeitigen Heizölpreis von etwa 70 Cent je Liter kommt man auf eine Brennstoffkostenersparnis in Höhe von 700 Euro im Jahr (ausgehend von 2800 Euro ohne Umrüstung).

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