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Die Bundesregierung drängt GM auf eine Entscheidung zur Zukunft von Opel.

GM heizt Nervenkrieg um Opel an

Detroit - Das Schicksal von Opel bleibt offen. Der bisherige US-Mutterkonzern General Motors (GM) hat auch nach erneuten Spitzenberatungen bisher keine Entscheidung zur Zukunft des angeschlagenen deutschen Autobauers bekanntgegeben.

Der Nervenkrieg geht am heutigen Mittwoch in eine neue Runde, wenn der GM-Verwaltungsrat sein zweitägiges Treffen am Konzernsitz in Detroit fortsetzt. Die Bundesregierung dringt auf eine Entscheidung. Die deutsche Hoffnung auf einen Zuschlag für den Wunschkandidaten Magna ist aber massiv geschwunden.

Vermeidet GM-Spitze eneut eine Festlegung?

Erwartet wird stattdessen, dass die GM-Spitze bei der Sitzung eine Festlegung erneut vermeidet und erst im Oktober entscheiden will. Als möglich gilt auch, dass GM nun Opel doch ganz behalten will. Betriebsrat und Gewerkschaften warfen GM vor, Zeit und Geld zu verschwenden. Branchenexperten warnten, eine weitere Verzögerung schade massiv dem Image der Marke Opel.

In Berliner Koalitionskreisen hieß es zuletzt, es sei sehr unwahrscheinlich, dass der GM-Verwaltungsrat seinen monatelangen Widerstand gegen den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und seine russischen Partner aufgebe. General Motors habe signalisiert, dass es nur noch zwei ernstzunehmende Optionen gebe: “Behalten oder vertagen“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Deutschen Presse-Agentur dpa. Im Rennen ist auch noch der belgische Finanzinvestor RHJ International, den Deutschland aber ablehnt.

Regierung: Staatshilfen nur bei Magna-Zuschlag

Regierungsmitglieder wie Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) betonten zuletzt aber immer wieder, dass die Bundesregierung ihre Zusagen über Staatshilfen nur für den Fall gemacht habe, dass Magna den Zuschlag bekomme. RHJI oder GM bekämen die Garantien nicht. Sie müssten stattdessen den Überbrückungskredit über 1,5 Milliarden Euro zurückzahlen.

Dieser Kredit hält Opel seit Monaten über Wasser. GM hat deshalb allerdings auch keinen Zeitdruck, weil die Hilfe noch bis Januar für Opel ausreichen dürfte. Aus diesem Grund sei eine Entscheidung erst nach der Bundestagswahl am 27. September denkbar, hieß es.

Nach Informationen des “Handelsblatts“ soll eine Entscheidung frühestens Anfang Oktober fallen, weil die GM-Spitze ihre Optionen intensiver prüfen will. GM wolle den deutschen Autobauer mit Finanzmitteln aus den USA sowie der Hilfe einiger EU-Staaten sanieren, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Insider.

Der GM-Verwaltungsrat berät beim Treffen in Detroit ausführlich die künftige Strategie des einst weltgrößten Autoherstellers. Die deutsche Seite geht davon aus, dass frühestens am Mittwochabend Informationen zu Opel bekanntwerden könnten.

dpa

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