Heller vertraut auf Nachzügler-Börse

- München -­ Ein stürmisches, aber gutes Börsenjahr erwartet der Finanzexperte Gottfried Heller für 2007. "Die Börsen werden die Höchststände im Laufe des Jahres und nicht zum Jahresende erreichen", sagte der Geschäftsführer der Fiduka Depotverwaltung GmbH. Alle wichtigen Faktoren wie moderates Wirtschaftswachstum, steigende Gewinne, relativ niedrige Bewertung und überreichliche Liquidität sprächen für ein fünftes erfolgreiches Börsenjahr in Folge.

Die Kursschwankungen würden auf Grund riskanter Investments der Private-Equity- und Hedge-Fonds größer, ein "größerer Unglücksfall" im Finanzsystem sei nicht auszuschließen.

Favorit für Heller ist in diesem Jahr die deutsche Börse. Hier gebe es keine Euphorie und keine Überbewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liege trotz der gestiegenen Kurse im Deutschen Aktienindex bei 12,9 ­ und damit vergleichsweise moderat. Vor dem letzten Börsencrash habe es bei 21 gestanden. Die großen Standardwerte im Dax sollten sich nach Hellers Einschätzung dabei besser entwickeln als die meisten kleinen Werte.

Schub für die Kurse kommt nach Meinung des Börsenprofis von der in "Hülle und Fülle" nach Anlage suchenden Liquidität und der "unbedarften" deutschen Vermögensstruktur. Das Geld werde in die Aktie als rentabelste Anlage fließen. "Mit Anleihen ist kein Blumentopf zu gewinnen", sagte Heller, "sie sind unattraktiv, denn die Renditen sind zu niedrig." Das Kapital sowohl der Privatinvestoren als auch der institutionellen Anleger wie insbesondere Versicherungen liege in unproduktiven Geldmarktfonds, Anleihen und Garantieprodukten. Diese Anleger hätten den Börsenaufschwung versäumt und müssten jetzt sogar in der Spätphase der Hausse in Aktien einsteigen.

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