Henkel setzt Shoppingtour in den USA fort

- Düsseldorf - Der Markenartikelhersteller Henkel stärkt seine europalastige Kosmetiksparte mit einem Großeinkauf in den USA. Die Henkel-Tochter Dial übernimmt eine Reihe von Gillette-DeodorantMarken in den USA zum Kaufpreis von rund 420 Millionen Dollar (353 Mio Euro), teilte der Düsseldorfer Konzern am Montagabend kurz vor der Bilanzvorlage mit. Mit diesem Zukauf steigt Henkel nach eigenen Angaben aus dem Stand zum drittgrößten Anbieter von Deodorants in den Vereinigten Staaten auf. Vor Jahren war ein Versuch, die eigene Körperpflege-Marke Fa in USA zu etablieren, abgebrochen worden.

Henkel verhandelt exklusiv mit einem Interessenten über den Verkauf seines Nahrungsmittelgeschäftes in den USA mit einem Jahresumsatz von rund 200 Millionen Dollar (168 Mio Euro). Ob und wann ein Abschluss erzielt wird, sei derzeit nicht absehbar, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag. Henkel hatte dieses Nahrungsmittelgeschäft bei der Übernahme des USWaschmittelproduzenten Dial im März 2004 mitübernommen. Das Unternehmen gilt als der größte Anbieter von Wiener Würstchen in den USA. Ein Verkauf war erwartet worden, da Nahrungsmittel nicht zu den Kerngeschäften von Henkel gehören. Neben Waschmitteln stellt Henkel Klebstoffe und Kosmetik her.

Im Geschäftsjahr 2005 ist Henkel dank der milliardenschweren Auslandsexpansion nach Nordamerika zweistellig gewachsen. Der Konzernumsatz stieg um 13 Prozent auf knapp 12 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg bereinigt um Sondereffekte um 16,7 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro. Der bereinigte Überschuss nahm um rund 3 Prozent auf 770 Millionen Euro zu. Diese Zahl ist nicht mit dem Rekordgewinn 2004 von 1,74 Milliarden Euro vergleichbar, der durch die Auflösung einer Finanzbeteiligung zu Stande gekommen war. Die Dividende soll je Henkel-Vorzugsaktie auf 1,36 (Vorjahr 1,30) Euro und je Stammaktie auf 1,30 (1,24) Euro angehoben werden.

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