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Mit Persil, Pril und Co konnte Henkel weitere Marktanteile hinzugewinnen. Foto: Jan-Philipp Strobel

Henkel steckt China-Schwäche besser weg als befürchtet

Auf dem Heimatmarkt muss Henkel Federn lassen, doch der Erfolg mit Wasch- und Reinigungsmitteln in Schwellenländern und in Nordamerika treiben Umsatz und Gewinn der Düsseldorfer an. An der Börse kommt das sehr gut an.

Düsseldorf (dpa) - Der Konsumgüterkonzern Henkel (Persil, Schwarzkopf) hat die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft im dritten Quartal besser weggesteckt als erwartet.

Dank der guten Entwicklung bei Waschmitteln und Kosmetikprodukten wuchs der Umsatz von Juli bis September um 8,4 Prozent auf 4,59 Milliarden Euro, wie Henkel am Mittwoch mitteilte.

Auch der starke US-Dollar sowie die zuletzt getätigten Zukäufe sorgten für Rückenwind. Die Konjunkturdelle in China bremst indes das wichtige Klebstoffgeschäft, weshalb Henkel vermutlich auch im Gesamtjahr nicht mehr so stark wachsen wird wie anfangs erhofft.

Die Aktie kletterte im frühen Handel um knapp 7 Prozent an die Dax-Spitze. Börsianer lobten die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zum dritten Quartal. Viele hatte vor allem bei den Klebstoffen eine schlechtere Entwicklung befürchtet. Die Tochter trägt in etwa zur Hälfte zum Umsatz und noch mehr zum Ergebnis bei. Bereits im zweiten Quartal bekam die Sparte die Abkühlung in China zu spüren. Henkel hatte daraufhin begonnen, die Tochter umzubauen und will bis Ende des ersten Quartals 2016 weltweit 1200 Stellen kappen.

Preiserhöhungen, Kostensenkungen und auch niedrigere Rohstoffpreise halfen dem Ergebnis auf die Sprünge. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich im Konzern um 12,3 Prozent auf 778 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Henkel 484 Millionen Euro und damit 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Das war mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Für einen Lichtblick sorgte erneut das Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln. Mit Persil, Pril und Co konnte Henkel weitere Marktanteile hinzugewinnen. Neben den Schwellenländern lief es für die Sparte in Nordamerika gut. Henkel hatte seine Traditionsmarke Persil auch in den USA eingeführt, was bei den dortigen Verbrauchern offenbar gut ankam. Neue Produkte wie ein Männer-Shampoo bei Schwarzkopf oder neue Deo-Varianten bei Fa kurbelten das Wachstum im Kosmetik-Geschäft an. Mit Beauty-Produkten wuchs Henkel auch in China zweistellig.

Federn lassen mussten die Düsseldorfer ausgerechnet auf dem Heimatmarkt, was Finanzchef Carsten Knobel auf den starken Wettbewerb vor allem mit den Handelsketten zurückführte.

Im Gesamtjahr wird der Konzern wegen der Schwäche der chinesischen Wirtschaft aus eigener Kraft vermutlich nur noch um etwa 3 Prozent wachsen, bislang hatte sich Henkel ein Plus von bis zu 5 Prozent zugetraut.

Henkel-Mitteilung

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