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Zwei Vorstände auf dem Absprung: Ende März verlässt nicht nur Vorstandschef Gerd Häusler (r.) die Landesbank, sondern auch Finanzvorstand Stephan Winkelmeier (l.) geht. Vorher müssen sie noch schlechte Nachrichten vermelden.

BayernLB

Herbst mit schlechten Aussichten

München - Die Landesbank macht Gewinn – allerdings weniger als im Vorjahr. Grund sind Altlasten in Südosteuropa. Und es könnte noch schlimmer kommen: Auch für die ungarische Tochterbank MKB droht noch eine hohe Abschreibung. Damit ist unsicher, ob das Geld an den Freistaat pünktlich fließen wird.

Die Landesbank kann man nicht mehr so leicht erschüttern. „Kleinere Nackenschläge wie beim Verkauf der bulgarischen Bank können wir abfedern“, sagt Finanzvorstand Stephan Winkelmeier. Kleinere Nackenschläge, so nennt Winkelmeier ein Minus von 64 Millionen Euro, die der Verkauf der Tochterbank einbrachte und den Gewinn der BayernLB im dritten Quartal ihres Geschäftsjahres mehr als halbierte. Man ist inzwischen Schlimmeres gewöhnt. Immerhin sei das Kerngeschäft weiter „hochprofitabel“, sagt Winkelmeier. 54 Millionen Euro verdiente die BayernLB von Juli bis September – im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 97 Millionen.

Doch das dicke Ende des Geschäftsjahres kommt noch. Deshalb bleibt die Landesbank bei ihrer Prognose extrem vorsichtig. Obwohl sich der Gewinn der ersten neun Monate schon auf 773 Millionen Euro summiert, hofft man nur auf ein positives Gesamtjahresergebnis. Denn einen großen Teil des schon erzielten Gewinns könnte noch die ungarische Tochterbank MKB auffressen. Seit Jahren ein Sorgenkind, sollte die Bank eigentlich verkauft werden – doch niemand will sie haben. Und der ungarische Staat wird wohl weitere Auflagen machen, die teuer für die MKB und damit auch für die BayernLB werden. Wie teuer, das könne man laut Winkelmeier noch nicht sagen. Derzeit steht die MKB noch mit 230 Millionen Euro in den Büchern der BayernLB.

Durch diese Belastungen, aber auch die Vorgabe, mehr Eigenkapital vorweisen zu müssen, ist unsicher, ob die Bank auch im nächsten Jahr die Rückzahlungen der Rettungsmilliarden an den Freistaat pünktlich bestreiten kann. Das Tafelsilber ist mit LBS und GBW inzwischen verkauft, nun muss die Bank das nötige Geld mit Gewinnen erwirtschaften. Die Opposition unkt schon, die bisherigen Rückzahlungen seien nur wegen des Verkaufs der Immobilientochter GBW möglich gewesen, die Zeche würden die Mieter zahlen, sagt der Grünen-Abgeordnete Thomas Mütze. „Die Behauptung von Herrn Mütze ist falsch und zeugt von grober Unkenntnis“, sagte ein Finanzministeriumssprecher. „Die bis jetzt geleisteten Rückzahlungen an den Freistaat haben mit der Abgabe der GBW nichts zu tun.“

Bis 2019 müssen noch mehr als vier Milliarden Euro fließen. Auch deshalb steht nun ein erneutes Sparprogramm an. Bis 2017 sollen nach Informationen unserer Zeitung rund 130 Millionen Euro gespart werden, Winkelmeier bestätigte die Zahl. Details sollen aber erst nächstes Jahr folgen.

Die schlechten Nachrichten werden bei der Vorstellung der Bilanz noch einmal Winkelmeier und Vorstandschef Gerd Häusler verkünden müssen. Häusler wollte da eigentlich schon im Ruhestand sein, muss nun aber länger bleiben, weil die Bank nicht rechtzeitig einen Nachfolger für ihn findet. Auch für Winkelmeier wird es der letzte Auftritt bei der BayernLB. Der 46-Jährige will noch einmal in einer anderen Branche durchstarten – sagt er. Es seien „herausfordernde Jahre“ bei der Landesbank gewesen. Damit, dass Winkelmeier nicht Nachfolger von Häusler werden darf, habe sein Abgang „überhaupt nichts“ zu tun.

Philipp Vetter

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