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Ein Verbraucher lädt seinen Einkaufswagen voll.

Verbraucherzentrale deckt auf

Mogelpackungen: Weniger Inhalt, gleicher Preis

Hamburg - Weniger Inhalt, gleicher Preis: Viele Hersteller von Lebensmitteln tricksen bei der Pakungsgröße. Lesen Sie hier, bei welchen Produkten Sie im Supermarktregal besser zweimal hinschauen sollten.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat sich die Pakungsgrößen zahlreicher Produkte einmal genau angeschaut. Das Ergebnis: Wo vor Kurzem zum Beispiel noch 26 Gramm drin waren, sind es plötzlich nur noch 21.9 Gramm drin („Milky Way“). Der Preis, den die Verbraucher zahlen, ist aber gleich geblieben. Eine versteckte Preiserhöhung von 18,7 Prozent, rechnet die Verbraucherzentrale Hamburg vor. Auch bei dem Tiefkühl-Fischfilet eines Markenherstellers blieb nach den Angaben der Verbraucherzentrale zwar die Füllmenge mit 380 Gramm gleich, doch sank der Fischanteil von 70 auf 52 Prozent.

Gleicher Preis, weniger drin: Hier wurde geschummelt

Gleicher Preis, weniger drin: Hier wurde geschummelt

„Man kann schon sagen, dass die Verbraucher getäuscht werden“, sagt Armin Valet, Experte bei der Verbraucherzentrale Hamburg für das Ressort Ernährung. Grund dafür ist eine EU-Richtlinie, nach der die verbindlichen Mengenvorgaben für Lebensmittel entfallen.

Zuvor durfte beispielsweise Milch nur in Packungen mit 0,5 Liter, 0,75 Liter oder einem Liter Inhalt verkauft werden. Diese festen Einheiten sind für viele Lebensmittel wie Wasser, Limonade, Fruchtsäfte, Zucker oder Schokolade weggefallen. Deshalb werde die Masche überall angewendet, bei Süßigkeiten ebenso wie bei Kosmetik oder Säuglingsnahrung. Verbindliche Füllmengen gelten nur noch für Wein, Sekt und Spirituosen. Die versteckten Preiserhöhungen liegen nach den Stichproben der Verbraucherschützer häufig im zweistelligen Bereich.

len/ap/dpa

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