Ungewöhnliche Idee

Bei Hertie kann man jetzt auch in D-Mark bezahlen

  • schließen

Osnabrück - Hertie.de will den Prozess des Umtauschs von D-Mark in Euro beschleunigen: Deshalb kann künftig im Onlineshop auch mit der alten bundesdeutschen Währung bezahlt werden.

Rund 12,8 Milliarden D-Mark sollen in Deutschland noch im Umlauf sein. Das sind umgerechnet etwa 6,5 Milliarden Euro. Doch gerade einmal 100 Millionen Mark werden jedes Jahr von der Bundesbank in Euro umgetauscht. Setzt sich dieser Trend fort, müssen die Niederlassungen der Landeszentralbanken noch in mehr als 100 Jahren D-Mark in Euro wechseln, um die ehemalige bundesdeutsche Währung ganz vom Markt zu nehmen.

Dem Online-Shop Hertie.de geht das zu langsam. Die Firma hat sich deshalb vorgenommen, den Wechselprozess zu beschleunigen. Wer auf Hertie.de shoppt, kann nun auch mit D-Mark zahlen. Die Osnabrücker eCommerce-Firma ist nach Angaben eines Sprechers damit der einzige Online-Shop, der diesen ungewöhnlichen Weg geht. Um den Kunden das Einschicken der Banknoten per Wertbrief zu vereinfachen, wird ein günstigerer Umtauschkurs als der der Bundesbank angeboten. Während diese per Gesetz zum Kurs von 1,95583 DM pro Euro tauscht, müssen Hertie-Kunden lediglich 1,8181 DM pro Euro zahlen.

In Zukunft voraussichtlich auch Crypto-Währung bei der Bezahlung möglich

„Damit auch Kunden das Angebot annehmen, die lediglich 20 bis 30 DM im Portemonnaie haben, wurde der günstigere Wechselkurs festgelegt, um die Kosten des Postversandes abzufangen“, sagt André Belhaouès, Auszubildender und Ideengeber der Aktion.

Eine kleine Hürde gibt es aber beim neuartigen Zahlungsangebot: Kunden können weder per Kreditkarte noch per Paypal in D-Mark zahlen. Die Bezahlung funktioniert ausschließlich ganz altmodisch mit postalisch versendeten Scheinen.

Während der über 100-jährigen Geschichte des Kaufhauses Hertie haben die Kunden mehr als fünf Jahrzehnte mit Deutscher Mark bezahlt. Vorher gab es bereits die Mark, die Rentenmark, die Reichsmark, in manchen Städten zeitweise sogar lokales Notgeld und die Alliierte Militärmark. In Zukunft wird es sicherlich auch möglich sein, in der einen oder anderen Crypto-Währung wie beispielsweise in Bitcoins bei Hertie.de zu zahlen. Bis es soweit ist, wird nun die D-Mark das Angebot an Zahlungsmöglichkeiten ergänzen.

sb

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mehr Geld für 120.000 VW-Beschäftigte
Der Weg war steinig - erstmals seit Jahren Warnstreiks, dazu nächtliche, stundenlange Verhandlungen. Doch jetzt steht der Tarifvertrag für 120.000 VW-Beschäftigte, …
Mehr Geld für 120.000 VW-Beschäftigte
Klare Verluste im Dax - Wall Street belastet
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat deutliche Kursverluste erlitten. Damit erwiesen sich die Vortagsgewinne nach dem schwachen Wochenstart erst einmal als Strohfeuer.
Klare Verluste im Dax - Wall Street belastet
Neuer Deutsche-Börse-Chef will keine Extra-Vergütung
Frankfurt/Main (dpa) - Nach den Turbulenzen um die Bezahlung des ehemaligen Deutsche-Börse-Chefs Carsten Kengeter verzichtet dessen Nachfolger auf ein umstrittenes …
Neuer Deutsche-Börse-Chef will keine Extra-Vergütung
Brüssel verhängt Millionenstrafe gegen Bosch und Continental
Brüssel (dpa) - Wegen der Bildung illegaler Kartelle hat die EU-Kommission Millionenstrafen gegen die deutschen Autozulieferer Bosch und Continental verhängt.
Brüssel verhängt Millionenstrafe gegen Bosch und Continental

Kommentare